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»Mein Gott«, sagte der alte Golderjahn vor sich hin, »das Leben ist wirklich schwer. Daß es schwer ist, das hätte schon nicht so viel zu sagen, das hat man mit allen Menschen gemein. Aber daß es so rasch ist, das gehört jedem ganz persönlich an. Denn da kommt's drauf an, wie man's lebt. Und wenn man's so langsam lebt wie ich, da ist's noch einmal so rasch. Eh man sich verguckt hat, ist ein Jahr herum. Nun ist heut schon wieder Bündelchestag ¿ noch ein paar Stund, und das Jahr ist auch gegangen. Wieder ein neuer Kalender ¿ und ich muß den nächsten schon fürs nächste Jahr fertig haben, damit ich nicht zu spät komm und der Drucker gleich damit anfangen kann. Ach, 's ist ein Geschäft!«
St. Jago, im Cap Verdischen Archipel.Gesteine der untersten Reihe. Eine kalkige, sedimentäre Ablagerung, mit recenten Muscheln, durch die Berührung mit darüber liegender Lava verändert; ihre horizontale Lage und Ausdehnung. Später erfolgte vulcanische Ausbrüche, in Begleitung mit kalkiger Substanz in erdiger oder fasriger Form und häufig innerhalb der einzelnen Scorien-Zellen eingeschlossen. Alte und obliterite Auswurfsöffnungen von geringer Grösze. Schwierigkeit, über eine nackte Ebene neuere Lavaströme zu verfolgen. Landeinwärts gelegene Berge von älterem vulcanischem Gestein. Zerfallener Olivin in groszen Massen. Feldspathige Gesteine unterhalb der oberen krystallinischen basaltischen Schichten. Gleichförmige Structur und Form der älteren vulcanischen Berge. Form der Thäler in der Nähe der Küste. Conglomerat jetzt den Strand bildend.Die Insel St. Jago dehnt sich in einer nord-nordwestlichen und süd-südöstlichen Richtung dreiszig Meilen in der Länge aus bei einer Breite von ungefähr zwölf Meilen. Meine während zweier Besuche angestellten Beobachtungen haben sich auf die südliche Partie innerhalb einer Entfernung von einigen wenigen Stunden von Porto Praya beschränkt. Das Land bietet vom Meere aus gesehn einen abwechselnden Umrisz dar: glatte, kegelförmige Berge von einer röthlichen Färbung (wie der Red Hill in dem Holzschnitt S. 2), und andere weniger regelmäszige, mit ebenen Gipfeln und von schwärzlicher Farbe (wie A, B, C), steigen von hintereinander liegenden, stufenförmigen Lavaebenen empor. In der Entfernung durchzieht eine viele tausend Fusz hohe Bergkette quer das Innere der Insel. Auf St. Jago findet sich kein activer Vulcan, und überhaupt nur einer in der ganzen Gruppe, nämlich auf Fogo. Seitdem die Insel bewohnt ist, hat sie nicht von zerstörenden Erdbeben zu leiden gehabt.
Als die Mönche zum ersten Male am Odhinsstrande landeten, war es das vierunddreißigste Jahr nach Eislands Besiedelung durch die »Landnahmemänner«. Damals stand keine Halle und keine Erdhütte, in der nicht Glums Lied von Hjörleif Zwölfkraft erscholl; denn ein Trollbär war großen Viehraubes willen lange in Acht gelegen, und Hjörleif hatte ihm, waffenlos, im Ringkampf das Rückgrat gebrochen. Als die Weißröcke kamen, da wußte Keiner, wer da den Fuß ans Land setzte. Hätte man es aber gewußt, so hätte man sie mit ihren eigenen Rudern erschlagen. Es hatten wohl alle von dem weißen Gott gehört und davon, daß Harald Hårfagr auch große Jarle gezwungen hatte, sich mit dem Wasser waschen zu lassen. Aber als die Mönche, denen der Sturm die Segel genommen hatte, krank und schwankend aus dem gebrechlichen Schiffe stiegen, da gab man ihnen Speise und Trank nach alten Gastgeboten. Und den Anführer, der auf die Knie fiel und schrie: »Ich danke dir, Herr, daß ich dies Land dir erobern darf!« den achteten sie für einen armen Irren. Die Männer baten, im Lande bleiben zu dürfen und bauten aus Erde und aus dem Holze ihres Schiffes ein Haus. Oben auf den Giebel nagelten sie einen Doppelstab, den viele zuerst für Thorrs Hammerzeichen hielten, doch war es das Kreuz, davor sie knieten. Sie nährten sich kümmerlich von Fischen, die sie fingen, gutes Roßfleisch wiesen sie schaudernd zurück und sagten, es gälte für unrein dort, woher sie kämen.
Durchdringend und dröhnend rief die große Dampfsirene die Passagiere an Bord. Die mächtige, stolze »Manchuria« der P. und O.-Linie hatte die Rückfahrt aus Ostasien beendet und war dabei, am Pier in Southampton anzulegen. Die Fahrgäste brauchten aber nicht erst nach oben gerufen zu werden, sie standen schon alle mit ihrem zahlreichen Kabinengepäck auf den Promenadendecks bereit, begierig, endlich an Land zu gehen. Die Stewards waren eifrig tätig und brachten immer noch mehr Koffer an Bord. Die Pfeife des Bootsmannsmaats schrillte. Malaiische Matrosen mit roten Kopftüchern liefen über das Welldeck, verteilten sich an der Längsseite des Schiffes, die dem Land zugekehrt war, und hielten sich an den großen Halteseilen bereit. Der Maschinentelegraph klingelte, und es ertönten all die bekannten Geräusche, die bei der Landung eines Ozeanriesen dem Anlandrollen der Brücken vorausgehen. Mit viel Geschick hatte der alte, erfahrene Kapitän in kürzester Zeit das Landungsmanöver ausgeführt, und nun rasselten die schweren Anker mit ohrenbetäubendem Lärm ins Wasser. »Haben Sie die kleine, schwere Kiste unter meinem Bett heraufgeschafft?« rief Jim Carley seinem Kabinensteward zu, der eben, mit Koffern beladen, an der Tür des Promenadendecks auftauchte und von allen Seiten bestürmt wurde. Der Mann hatte es nicht gehört. Carley ließ seine Koffer an der Reling stehen und ging auf ihn zu, aber es dauerte einige Zeit, bis dieser alle Gepäckstücke abgeliefert hatte. Jim wiederholte seine Frage. »Bis jetzt bin ich noch nicht dazu gekommen. Die Kiste ist außerdem so entsetzlich schwer, als ob Blei oder Gold darin wäre.« »Gold ist wohl kaum darin«, erwiderte Carley lächelnd. »Aber sorgen Sie vor allem dafür, daß sie nach oben kommt.«
Die Übersetzung dieser Briefe ist entstanden in einer Zeit, da körperliches Leiden mir ein selbständiges wissenschaftliches Arbeiten unmöglich machte. Ich las und übersetzte anfangs zu meiner eigenen Unterhaltung und Übung; doch je mächtiger diese Urkunden der Liebe und des geistigen Verkehrs zweier so hochherziger Menschen mich selber anzogen, desto lebhafter regte sich der Wunsch, auch anderen sie zugänglich zu machen. Unsere kirchengeschichtliche Litteratur enthält so manchen edlen Schatz, der in staubiger Hülle vergessen in den Bibliotheken aufgespeichert steht so manches Schriftdenkmal, das in seiner fremden Sprache nur zum Gelehrten redet, während es ans Licht gezogen und verständlich gemacht manchem ernstergerichteten Leser Genuß und Erbauung zu bieten vermöchte. So sind auch die Briefe, die von Abaelard und Heloise auf uns gekommen sind, in Deutschland wenigstens, nur wenig bekannt, obwohl die beiden zu jenen Liebespaaren von weltgeschichtlichem Rufe gehören, deren Namen unauflöslich miteinander verbunden sind, wie Hero und Leander, Tristan und Isolde, Dante und Beatrice. Im Ausland dagegen und besonders in Frankreich schenkte man diesen Briefen frühzeitig Aufmerksamkeit, und namentlich die eigentlichen Liebesbriefe wurden mannigfach dichterisch bearbeitet und romanhaft ausgeschmückt jedoch nicht zu ihrem Vorteil: man vergleiche die Bearbeitungen, die diesem Gegenstand durch einen Pope und Colardeau bei uns durch eine formvollendete poetische Übersetzung Bürgers eingeführt zu teil geworden sind, mit unserem Original, und man wird leicht gewahr werden, um wie viel edler und, bei aller Leidenschaftlichkeit, keuscher dieses letztere ist als jene pikanten Leistungen.
Alle Frauen wachsen und vergehen an der Stelle, der sie entsprossen, gleich Blumen, und würden sie von ihrem Sterne auch durch die halbe Welt geführt. Die Männer aber werden von der Unruhe immer über die ganze Erde gejagt und fänden ihre Füße auch wenig weiter, als der Schatten des Kirchturmes ins Feld reicht. Dieser Strom der Unrast gleicht einem Winde, der ihre Seele fortwährend in Atem hält. Bald ist er bunt, bald heiß, bald trocken, je nach dem Lebensalter. Eusebius Mandel, der Schneider von Oberröhrsdorf, war schon in den rauhen, steifen Wind gekommen. Wenn der die Menschenmänner anweht, so stehen sie mit ihrem Leben schon hinter Mariä Geburt. Die meisten Schwalben sind fort, hie und da auf den Stoppeln nesteln schon Spinnenfäden, und sie müssen einen krummen Rücken machen, um vorwärts zu kommen. So stand es um den Röhrsdorfer Schneider. Der Weg, den er ging, schwirrte schon manchmal vor seinen Blicken wie eine gespannte Schnur, die jemand anreißt, und er mußte seine Augen einkneifen, damit er nicht rechts oder links abkam, irgendwohin, wo er nichts zu suchen hatte. Dies genaue Hinlugen hatte schon allerhand Gekritzel auf seine Schläfe geschrieben, und über den Ohren bauschten sich seine Haare weiß. Manchmal stand er auf der Lehne hinter seinem Hause und betrachtete die Welt: die Bauern, die über das Feld pflügten; die Holzfuhrleute neben ihren hohen Rädern oder den Bäcker, der in seinem Planwägelchen vorbeischnurrte. Und wenn er so eine Weile hinuntergesehen hatte, nahm er sein Taschentuch heraus, breitete es aus, als wolle er etwas hineinpacken, faltete es aber wieder zusammen und schob es in den Rock. Denn man mochte die Gedanken so oder so wenden, Eusebius Mandel konnte es nicht leugnen, die andern kamen leichter und fröhlicher vorwärts als er. Und da er eine wieselflinke Seele besaß, blieb ihm auch nicht verborgen, warum das so war. Sie hatten Kinder. Das ist für Menschen aber nicht anders, als wüchsen zwischen den staubgrauen Steinen ihres Weges süße Schwingel des Grases, und als bräche aus schwerem Herbstgewölk unvermutet und unbegreiflich der Frühling herein, und der steife Wind des Alters hat keinen rechten Fug an solche Männer.
»Wenn ein Mädchen einen reichen Mann bekommt, ist es immer glücklich verheiratet«, hatte der alte Kammerherr von Wahnfried gesagt und dabei die weißbuschigen Augenbrauen noch grimmiger zusammengezogen als sonst. »Gundula kann Gott danken, daß der Bär von Hohen- Esp sie zum Weib begehrt! Ist wohl kein Nest so weich gepolstert wie das seine, und wenn man den Grafen ansieht, lacht selbst solch altem Kerl wie mir das Herz im Leibe, wieviel mehr meiner jungen Tochter.« Die alte Dame, die dem Sprecher gegenübersaß, richtete sich noch straffer empor und legte die großen, kräftigen, schneeweißen und ungeschmückten Hände im Schoß zusammen. Ihre klaren, durchdringend ernsten Augen hefteten sich ruhig auf die hünenhafte Gestalt des Bruders, der, auf seinen Krückstock gestützt, vor ihr stand und sie herausfordernd anblickte. »Jung, schön und reich«, sagte sie langsam, »ja, das ist er, aber er ist noch mehr! Graf Friedrich Carl ist leichtsinnig. Er ist durch und durch Lebemann; die große Welt, in welcher er, der Frühverwaiste, so jung schon selbständig ward, droht sein Verderben zu werden.« »So! Inwiefern, wenn man fragen darf?« »Weil er sich ruiniert, weil er über seine Verhältnisse lebt.« Der Kammerherr lachte hart auf. »Ein Hohen-Esp sich ruinieren! Ein Hohen-Esp über seine Verhältnisse leben! Ahnst du, wie reich der Mann ist?«
Peter Michels Vater war Schuhmacher in einem Dorfe. Er hatte träumerische Augen, die sich nie mit Bewußtsein dauernd auf eine Stelle konzentrieren konnten, und einen Geist, der fortwährend grübelte, ohne an etwas Festem zu haften. Er dachte über die abenteuerlichsten Fragen nach, ohne aber je zu einem Resultate oder zur Annäherung an ein solches zu gelangen. Er hatte eine unbegrenzte Hochachtung für andere; vor allem für seine Frau, welche gar keinen Maßstab an sich legte, sondern sich unbesehen für etwas ganz Bedeutendes hielt. ¿ Beobachtung fehlte Herrn Michel beinahe gänzlich; doch hatte er ein gutes Auge für die Füße anderer: er maß einem jeden sogleich in Gedanken Stiefel an. Einmal ereignete es sich, daß eine fremde, durchreisende Dame ihm ihr Schuhwerk zur Ausbesserung bringen ließ, kleine Stiefelchen aus feinem gelbem Leder. Er, der gewöhnt war, pfundschwere Ware unter den Händen zu haben, fühlte sich einer so zierlichen Aufgabe nicht gewachsen. Da war es aber seine Frau, die ihre ganze Energie einsetzte, der fremden Dame zu zeigen, daß es auch in ihrem Dorfe Leute gäbe, »welche mit der Welt in Verbindung ständen«. Sie fuhr persönlich in das nächste größere Städtchen, kaufte feines Leder, feine Stifte, Glanzwichse, und die Schuhe wurden repariert. Diese Dame machte auf den kleinen Peter einen großen Eindruck. Wenn er später etwas von Prinzessinnen las, dachte er stets sogleich an gelbe Schuhe, eine Ideenverbindung, die sich erst in seinem weiteren Leben verlor.
Ginstermann kam spät in der Nacht nach Hause. Es mochte zwei Uhr sein. Vielleicht auch drei Uhr. Vielleicht noch später. Er wußte es nicht. Langsam, ganz langsam war er durch die Straßen gewandert.Über den Boden seines Zimmers war ein Schleier von Licht ausgebreitet, der leise zitterte, als er die Türe schloß. Der Mond schien durch die Vorhänge. Auf den Blechgesimsen pochte es, dumpf, in unregelmäßigen Zwischenräumen, wie ein Finger. Es sickerte, rieselte, die Tiefe schluckte. Der Schnee ging weg.Ginstermann machte Licht. Es war ihm, als sei noch eben jemand im Zimmer gewesen, als sei er jetzt noch nicht allein. Auf dem Tische lagen seine Manuskripte verstreut, wie er sie am Abend verlassen hatte, die Kleidungsstücke auf den Stühlen, das Kissen auf der Ottomane in der gleichen Lage.Er blickte zum Fenster hinaus, in den dunklen Hof hinab, er übersah den Kram seines Zimmers, die Skizzen an den Wänden. Alles erschien ihm sonderbar, rätselhaft, wie von einem Finger berührt, der es veränderte.Draußen klopften die Tropfen, und es schien, als ob sie eine seltsame Sprache redeten. Ein leiser Hauch drang durch die Vorhänge, und auch der Hauch schien geheimnisvolle Worte mit sich zu führen.Wer spricht zu mir? dachte Ginstermann.Will mir diese Nacht alle Wunder der Welt und meiner Seele zeigen, um mich zu verwirren? Alles schwankt und fällt, was eben noch feststand. Alle Begriffe sind verworren. Ist es nicht, als sei ich aus langem Schlafe erwacht, und folgten mir wunderbare Träume in mein Erwachen?
Le kopje (mine de diamants) de Nelson¿s Fountain était, ce jour- là, plus que jamais, plein de bruit et d¿animation. À l¿incessante activité habituellement déployée par les diggers de toute race, de toute couleur, avait brusquement succédé une sorte de frénésie dont un observateur attentif et de sang-froid eût promptement deviné la cause. De tous côtés, le terrain escarpé, terne, composé de roches dénudées et anfractueuses, est creusé de trous profonds, béants, taillés à pic, et ressemblant à une infinité de carrières. Une poussière impalpable, s¿échappe de ces excavations, monte vers la nue en un nuage grisâtre et obscurcit par moments la lumière du soleil. Une singulière particularité frappe tout d¿abord l¿¿il du nouvel arrivant. C¿est l¿inextricable enchevêtrement de fils de fer accrochés d¿un bout au fond de chacun de ces trous, et venant s¿arrêter au bord de l¿escarpement en formant un angle plus ou moins aigu, selon la profondeur de l¿excavation. Sur ces fils, glissent sans relâche de vastes seaux en cuir de b¿uf, remplis de gravier, et adaptés à une poulie. Un petit manège semblable à ceux des maraîchers des environs de Paris, actionné par un ou deux hommes, tourne en grinçant et enlève rapidement le récipient aussitôt rempli que vidé.
Wenn man will, ist der Sinn dieses Buches, daß es die während des vierjährigen Krieges gegen die Regierungen der Mittelmächte erhobene Schuldfrage systematisch ausdehnt auf die Ideologie der Klassen und Kasten, die diese Regierungen möglich machten und stützten. Die deutsche Staatsidee hat den deutschen Gedanken vernichtet. Die deutsche Staatsidee ist es, die ich mit diesem Buch treffen will. Um sie in all ihrer Macht und volkswidrigen Tradition darzutun, mußte ich sie historisch entwickeln und Gesichtspunkte aufstellen für die Kritik ihrer hervorragendsten Repräsentanten. Die Frage nach den Gründen unserer Isolation beschäftigte mich vorzüglich seit Herbst 1914. Ich bemühte mich, die Prinzipien ausfindig zu machen, mit denen das Deutschtum der ganzen Welt sich entgegensetzte. Es ist wohl möglich, daß mein Bestreben, noch die letzten und heimlichsten Schlupfwinkel dieser Isolation aufzudecken, bis zur Härte und Bitterkeit ging; doch lag es mir fern, ein Pamphlet zu schreiben.
Le kopje (mine de diamants) de Nelson¿s Fountain était, ce jour- là, plus que jamais, plein de bruit et d¿animation. À l¿incessante activité habituellement déployée par les diggers de toute race, de toute couleur, avait brusquement succédé une sorte de frénésie dont un observateur attentif et de sang-froid eût promptement deviné la cause. De tous côtés, le terrain escarpé, terne, composé de roches dénudées et anfractueuses, est creusé de trous profonds, béants, taillés à pic, et ressemblant à une infinité de carrières. Une poussière impalpable, s¿échappe de ces excavations, monte vers la nue en un nuage grisâtre et obscurcit par moments la lumière du soleil. Une singulière particularité frappe tout d¿abord l¿¿il du nouvel arrivant. C¿est l¿inextricable enchevêtrement de fils de fer accrochés d¿un bout au fond de chacun de ces trous, et venant s¿arrêter au bord de l¿escarpement en formant un angle plus ou moins aigu, selon la profondeur de l¿excavation. Sur ces fils, glissent sans relâche de vastes seaux en cuir de b¿uf, remplis de gravier, et adaptés à une poulie. Un petit manège semblable à ceux des maraîchers des environs de Paris, actionné par un ou deux hommes, tourne en grinçant et enlève rapidement le récipient aussitôt rempli que vidé.
Es ist doch etwas Wunderbares um den Vogelzug! Mit packender Eindringlichkeit und fast greifbar deutlich rollt er sich in großartiger Anschaulichkeit zweimal jährlich vor unseren Augen ab, und doch ist er noch immer vom Zauber des Geheimnisvollen umwoben und selbst für das Forscherauge mit schier undurchdringlichen Schleiern umhüllt. Er tritt so unmittelbar an uns heran wie wenige andere Vorgänge der Natur, gibt ganzen Jahreszeiten das sie kennzeichnende Gepräge, belebt unsere Einbildungskraft, reizt unseren Verstand, und doch können mir ihm trotz regster Forschungsarbeit nicht recht näher kommen, und die Gelehrten vermochten nur hier und da den Schleier ein wenig zu lüften. Die letzten und größten Rätsel liegen ja im Zugvogel selbst, in seinem Triebleben und in seiner Psyche, und deshalb erscheinen sie für den Menschen so unergründlich. Wer sich aber erst einmal planmäßig und wissenschaftlich vertieft mit den vielgestaltigen Fragen des Vogelzugs beschäftigt hat, den lassen sie einfach nicht wieder los, der ist ihnen zeitlebens sozusagen mit Haut und Haar verfallen. Glaubt man der einen Frage auf den Grund gekommen zu sein, gleich türmt sich ein halbes Dutzend anderer hinter ihr auf. Es ist wie der Kampf des Herkules gegen die lernäische Schlange, der aus jedem abgehauenen Kopf zwei neue hervorwuchsen. Seit 40 Jahren beschäftige ich mich nun mit dem Problem des Vogelzuges, bin den Zugvögeln auf ihren Heeresstraßen nach milderen Ländern nachgereist, konnte eingehend an so hervorragend günstigen Plätzen, wie Rossitten, Lenkoran, Tanger u.a., beobachten, und doch, je mehr ich mich in die Sache vertiefe, um so mehr komme ich zu der Überzeugung, daß all mein heißes und jahrzehntelanges Bemühen mich der Wahrheit nur um einen winzigen Schritt näher gebracht hat. Es ist unter solchen Umständen natürlich ganz unmöglich, die mannigfach verschlungenen und verkapselten Rätsel des Vogelzuges im knappen Rahmen eines Kosmosbändchens auch nur einigermaßen erschöpfend zu behandeln. Ich kann vielmehr nur einige jener Fragen, die sich dem Naturfreund erfahrungsgemäß besonders aufdrängen, herausgreifen und kurz schildern, was wir nach dem gegenwärtigen Standpunkte der Vogelforschung darüber wissen.
En 1794 la terreur est à son paroxysme en France, l'ennemi menace aux frontières de toutes parts. A Strasbourg, c'est le général Pichegru que nous suivons dans ses victoires sur les Prussiens. À Toulon, c'est un jeune colonel du nom de Bonaparte qui reprend la ville aux Anglais. En 1795, la constitution de l'an III met fin à la terreur, mais l'insurrection royaliste menace. Dans les provinces, notamment dans les régions de Bourg en Bresse et d'Avignon, une bande de bandits, les «Compagnons de Jéhu», menée par le comte de Saint-Hermine volent l'argent de la république pour le faire passer aux chouans de Bretagne commandés par Cadoudal.Dans ce roman, Dumas se veut avant tout historien et ne cède pas à son imagination parfois débridée : foin des inventions historiques, ici, c'est du sérieux... mais écrit avec la plume de Dumas, toujours aussi passionnante. Bien qu'écrit après «Les Compagnons de Jehu», ce roman se situe juste avant dans la chronologie de l'histoire. Et il s'agit en fait d'une trilogie qui se conclut avec «Le chevalier de Sainte-Hermine», publié pour la première fois en 2005, et que vous ne pourrez donc lire qu'en édition papier...
Publié en 1707.Le héros du Diable boiteux se fait transporter par le diable sur le toit de chaque maison, pour voir ce qui s¿y passe et avoir l¿occasion de conter une aventure sans liaison avec ce qui précède ni avec ce qui suit.Cet ouvrage était aussi une imitation de l¿espagnol el Diablo cojuelo de Luis Vélez de Guevara, mais une imitation libre, appropriée aux m¿urs françaises et fécondée par l¿observation originale et personnelle de l¿esprit humain. Lesage n¿a guère emprunté à Guevara que l¿idée et le cadre du principal personnage, le diable ; il a fait une création toute nouvelle en lui donnant, suivant la remarque de Villemain, « une nature fine et déliée, malicieuse plutôt que méchante. »Dans cette ¿uvre où le merveilleux n¿est là que pour la forme, toute une diversité d¿aventures et de portraits défilent rapidement devant le lecteur, en soumettant à une critique railleuse et pleine de finesse une foule de types, tous frappants de naturel et de vérité.
Publié en 1707.Le héros du Diable boiteux se fait transporter par le diable sur le toit de chaque maison, pour voir ce qui s¿y passe et avoir l¿occasion de conter une aventure sans liaison avec ce qui précède ni avec ce qui suit.Cet ouvrage était aussi une imitation de l¿espagnol el Diablo cojuelo de Luis Vélez de Guevara, mais une imitation libre, appropriée aux m¿urs françaises et fécondée par l¿observation originale et personnelle de l¿esprit humain. Lesage n¿a guère emprunté à Guevara que l¿idée et le cadre du principal personnage, le diable ; il a fait une création toute nouvelle en lui donnant, suivant la remarque de Villemain, « une nature fine et déliée, malicieuse plutôt que méchante. »Dans cette ¿uvre où le merveilleux n¿est là que pour la forme, toute une diversité d¿aventures et de portraits défilent rapidement devant le lecteur, en soumettant à une critique railleuse et pleine de finesse une foule de types, tous frappants de naturel et de vérité.
In der Vorstadt des Städtchens, wo ich meine Jugend verlebt, stand ein gar freundliches Häuschen, das aus seinen vier Fenstern recht hell in die Welt hinausschaute; daneben ein Garten, nicht eben kunstvoll angelegt noch zierlich gepflegt, sondern zum Teil mit Küchengewächsen, zum größeren aber mit lustigem Gras und mit Obstbäumen bestanden. Dicht neben dem Häuschen breitete ein stattlicher Nußbaum seine dunkelgrünen Zweige aus und warf seinen Schatten und zur Herbstzeit seine Früchte gastlich weit in die Straße hinein, ein geschätzter Sammelplatz für die liebe Jugend der ganzen Vorstadt. Minder freundlich und einladend erschien ein Paar kleiner fetter Möpse, die sich abwechselnd oder gemeinsam auf der Gartenmauer sehen ließen und die obbemeldete Jugend und die Vorübergehenden beharrlich anbellten, ohne jedoch die mindeste Furcht zu erregen, da ihre beschwerliche Leibesbeschaffenheit ihnen nicht gestattet hätte, ihre Drohungen auszuführen. Wer nun erwartet, an den Fenstern des Häuschens einen lockigen Mädchenkopf zu erblicken, wie das in ländlichen Novellen der Fall zu sein pflegt, der täuscht sich. Nein, so oft die Hausglocke gezogen wurde, und das geschah sehr oft, erschien am Fenster das allzeit freundliche, aber sehr runzelvolle Angesicht der Jungfer Mine, der unumschränkten Herrin und Besitzerin des Häuschens. Und doch wurde dieses gealterte Antlitz von jung und alt so gern gesehen wie nur je eine blühende Mädchenrose, und ihre Beliebtheit stieg noch von Jahr zu Jahr, was bei jungen Schönheiten gar selten der Fall ist.
»Kannst du noch?« »Wie? Ich?!« »Weil du eben ausglittest.«»Die Steine sind naß und glatt. Aber ich nicht mehr können! Sechs Stunden will ich so fortmarschieren.«»Wir sind bald am Rasthaus.«Die das einander zurufen, sind zwei, auf die Bergstöcke gestützt, rüstig ausschreitende Wanderer, ein Mann und eine Frau. Beide sind in Wetterloden gekleidet. Er trägt Kniehosen, wollene Strümpfe und schwere Nagelschuhe. Bei ihr ist der Rock hoch geschürzt, daß er die zierlichen Füße bis über die Knöchel frei läßt. Sie durchwandern, abwärtssteigend, eine Hochgebirgsschlucht von großartiger Wildheit. Bis zu schwindelnder Höhe türmen sich auf drei Seiten die Felsen mit ihren Schluchten und Rinnsalen. Die Sonne leuchtet noch auf der fernen Hochebene, tief, tief unten, im hellen Schein des Augustnachmittags; hier, zwischen den ragenden Wänden, ist sie längst fort. Um die zackigen Spitzen lagern Wolken, die dort hängen zu bleiben scheinen.Unten hat es geregnet, hier, in Höhe, ist es Schnee geworden.In tausend Rinnsalen fließt und tropft nun der geschmolzene Schnee über das zerklüftete Gestein. Es ist kein Gehen hier ¿ ein Hüpfen, Springen von Felsblock zu Felsblock! ¿
Balzac ist 1799 geboren, in der Touraine, der Provinz des Überflusses, in Rabelais' heiterer Heimat. Im Juni 1799, das Datum ist wert, wiederholt zu werden. Napoleon ¿ die von seinen Taten schon beunruhigte Welt nannte ihn noch Bonaparte ¿ kam in diesem Jahre aus Ägypten heim, halb Sieger und halb Flüchtling. Unter fremden Sternbildern, vor den steinernen Zeugen der Pyramiden hatte er gefochten, war dann, müd, ein grandios begonnenes Werk zäh zu vollenden, auf winzigem Schiffe durchgeschlüpft zwischen den lauernden Korvetten Nelsons, faßte ein paar Tage nach seiner Ankunft eine Handvoll Getreuer zusammen, fegte den widerstrebenden Konvent rein und riß mit einem Griff die Herrschaft Frankreichs an sich. 1799, das Geburtsjahr Balzacs, ist der Beginn des Empire. Das neue Jahrhundert kennt nicht mehr le petit général, nicht mehr den korsischen Abenteurer, sondern nur mehr Napoleon, den Kaiser Frankreichs. Zehn, fünfzehn Jahre noch ¿ die Knabenjahre Balzacs ¿ und die machtgierigen Hände umspannen halb Europa, während seine ehrgeizigen Träume mit Adlersflügeln schon ausgreifen über die ganze Welt von Orient zu Okzident. Es kann für einen alles so intensiv Miterlebenden, für einen Balzac nicht gleichgültig sein, wenn sechzehn Jahre ersten Umblicks mit den sechzehn Jahren des Kaiserreichs, der vielleicht phantastischesten Epoche der Weltgeschichte, glatt zusammenfallen. Denn frühes Erlebnis und Bestimmung, sind sie nicht eigentlich nur Innen- und Außenfläche eines Gleichen?
Josef Blümel, der Herr Kanzleioffizial, wäre Wiener gewesen, gleichviel ob er in Paris, London oder Berlin auf die Welt gekommen, ob er auf Haiti, Sumatra hätte leben müssen, auf dem Mars oder auf dem Grund des Meeres. Eilige Schritte waren Herrn Blümel verabscheuungswert. Schnell sprechen hätte er gar nicht fertiggebracht. Verdrießlichkeiten galten als persönliche Beleidigung. Das Kaffeehaus brauchte er, wie der Donaukarpfen die Donau. Ebensowenig hätte der Herr Kanzleioffizial Musik entbehren können, wenn sich nach Schluß der Bureaustunden graues Unbehagen heranzuschleichen sucht, selbst an achtbare Beamte, alleinstehend und zu keinerlei Verschwendung geneigt. Kein Tingeltangelgeklapper, sondern die heiteren, heimatlichen Erzeugnisse eigener Landsleute, wie Mozart, Schubert, Strauß. Man war vertraut mit ihnen in allen Eigenarten, genau so wie mit Trambahngeklingel, Autogeschrei, Hustengepolter, Weibergeschwätz. Nur daß sie einem erheblich angenehmer waren. Trotzdem war der Herr Kanzleioffizial aufregenden Neuigkeiten, Absonderlichkeiten und überhaupt jeder Art merkwürdiger Zwischenfälle des Lebens durchaus nicht abgeneigt. Er brachte ihnen Interesse entgegen, beinahe Gefallen. Nur mußten sie anderen geschehen sein. Gesprächsweise jedoch, auch durch Druckerschwärze in Buch oder Zeitung vermittelt, war er zu jedem Miterleben bereit.
Der Graf von Hohenzollern. Der Prinz von Homburg, unser tapfrer Vetter, Der an der Reuter Spitze, seit drei Tagen Den flüchtgen Schweden munter nachgesetzt, Und sich erst heute wieder atemlos, Im Hauptquartier zu Fehrbellin gezeigt: Befehl ward ihm von dir, hier länger nicht, Als nur drei Füttrungsstunden zu verweilen, Und gleich dem Wrangel wiederum entgegen, Der sich am Rhyn versucht hat einzuschanzen, Bis an die Hackelberge vorzurücken? Der Kurfürst. So ists! Hohenzollern. Die Chefs nun sämtlicher Schwadronen, Zum Aufbruch aus der Stadt, dem Plan gemäß, Glock zehn zu Nacht, gemessen instruiert, Wirft er erschöpft, gleich einem Jagdhund lechzend, Sich auf das Stroh um für die Schlacht, die uns Bevor beim Strahl des Morgens steht, ein wenig Die Glieder, die erschöpften, auszuruhn.Der Kurfürst. So hört ich! ¿ Nun?Hohenzollern. Da nun die Stunde schlägt, Und aufgesessen schon die ganze Reuterei Den Acker vor dem Tor zerstampft, Fehlt ¿ wer? der Prinz von Homburg noch, ihr Führer. Mit Fackeln wird und Lichtern und Laternen Der Held gesucht ¿ und aufgefunden, wo? (Er nimmt einem Pagen die Fackel aus der Hand.) Als ein Nachtwandler, schau, auf jener Bank, Wohin, im Schlaf, wie du nie glauben wolltest, Der Mondschein ihn gelockt, beschäftiget, Sich träumend, seiner eignen Nachwelt gleich, Den prächtgen Kranz des Ruhmes einzuwinden.
Ich bin, sagte Almor, in Smirna geboren. Mein Vater, ein Franzose und reicher Kaufmann, der von der Christlichen zur Mahomedanischen Religion übergegangen war, behandelte mich, so selten ich auch vor ihm erschien, kalt und unfreundlich, und meine Mutter war vor meiner Erinnerung gestorben. Ich fühlte mich recht verlassen und oft tief erbittert durch meinen Vater. Kinder, wenn sie schon anfangen, das Leben mit den Augen ihres Geistes zu betrachten, werden von den Gewohnheiten, Verhältnissen und Forderungen der menschlichen Gesellschaft beängstigt, und nur die sanfte Hand guter Eltern kann sie ohne große Schmerzen in die ungewohnten Schranken des bürgerlichen und häuslichen Lebens einführen. Durch die Eltern spricht die Natur zuerst zu den Kindern. Wehe den armen Geschöpfen, wenn diese erste Sprache kalt und lieblos ist!
Einst hing ein traurig Volk die Harfen an die Weiden, Und sang nur, wenn es sang, Gefangenschaft und Leiden. Wir, die ein gleicher Schmerz zwey Jahre lang gekränkt, Wir haben an die Wand die Harfen nur gehängt: Die Bäume konnten wir mit ihnen nicht beladen, Die senkten sich um uns, gespitzt zu Palissaden. Noch träumend fühlen wir das Wohl, das uns geschehn:O Prinz, den wir zuerst von unsern Rettern sehn, Der siegreich Friede bringt, und Hoffnung bessrer Zeiten, Verzeih' den falschen Ton lang' ungestimmten Saiten. Herrscht Ruh' und Freyheit bald, für die Dein Schwert geblitzt, Für die Dein Heldenstamm so theures Blut verspritzt, So wird der Dankbarkeit manch frohes Lied gelingen, Den Schutz Germaniens, die Guelfen, zu besingen.
Das Wort Redekunst (Rhetorik) weckt unwillkürlich zwei Namen der Vergangenheit: Demosthenes und Cicero. Demosthenes ¿ wir sehen Athen vor uns in seiner Herrlichkeit mit seinen Volksgerichten und Volksversammlungen, in denen die Entscheidung über Freiheit und Ehre, über Krieg und Frieden wesentlich auch von dem Wort der Redner abhängig ist. Wie hoch die Kunst der Rede geschätzt war, zeigt unserm rechnenden Zeitalter mehr als anderes die Tatsache, daßIsokrates, ein älterer Zeitgenosse des Demosthenes, der als ein guter Lehrer der Rhetorik galt, jeweilig bis 100 Schüler zählte, trotzdem er von jedem ein Honorar von 1000 Drachmen (etwa 780 Goldmark) forderte, und daß derselbe Meister des Wortes für das Ausarbeiten einer Rede von dem Fürsten Nikokles auf Cypern ein Honorar von 20 Talenten (etwa 94000 Goldmark) erhielt. Cicero ¿ das Forum Roms wird vor uns lebendig. Die Entscheidung des nie ruhenden Kampfes zwischen Volkspartei und Optimaten und das Schicksal unterworfener Länder und Fürsten hing zum großen Teil an der Redekunst ihrer Wortführer. Erfolgreich öffentlich reden war die Voraussetzung jedes Erfolges in der Republik. »Zwei Eigenschaften«, urteilt Cicero, »vermögen einem Menschen höchstes Ansehen zu verleihen: Feldherrnkunst und Beredsamkeit«. Aber die Namen der beiden großen Redner wecken nicht nur Gedanken an Erfolg und Triumph, sondern auch an Verantwortung und Gefahr. Der Redner tritt in die vorderste Reihe der Kämpfenden. Dankt ihm dafür innere Befriedigung und vielleicht ¿ aber ach, wie selten! ¿ auch die Anerkennung derer, für deren Recht und Zukunft er eintritt, so trifft ihn doch auch zuerst und am schärfsten die Feindschaft der Gegner.
¿Voriges Frühjahr,¿ fing Civitella seine Erzählung an, ¿hatte ich das Unglück, den spanischen Ambassadeur gegen mich aufzubringen, der in seinem siebenzigsten Jahr die Thorheit begangen hatte, eine achtzehnjährige Römerin für sich allein heurathen zu wollen. Seine Rache verfolgte mich, und meine Freunde riethen mir an, mich durch eine zeitige Flucht den Wirkungen derselben zu entziehen, bis mich entweder die Hand der Natur oder eine gütliche Beilegung von diesem gefährlichen Feind befreit haben würden. Weil es mir aber doch zu schwer fiel, Venedig ganz zu entsagen, so nahm ich meinen Aufenthalt in einem entlegenen Quartier von Murano, wo ich unter einem fremden Namen ein einsames Haus bewohnte, den Tag über mich verborgen hielt, und die Nacht meinen Freunden und dem Vergnügen lebte.¿
Der Schnellzug, der von München aus die wander- und reiselustigen Leute ins schöne bayerische Hochgebirge führt, ist zur Sommerzeit immer ziemlich besetzt. Personen mit viel Handgepäck und breitem Körperumfang sind in ihm weder willkommen, noch finden sie selbst, was ihren Wünschen und ihrem Verlangen genügt. Da waren nun die drei Passagiere, die eben in den zu den einzelnen Wagenabteilen führenden Gang traten, ganz ideale Reisende. Der voranschreitende Herr trug nichts als einen Überzieher auf dem Arme; die ihm folgende, sehr hagere, langgewachsene Dame hielt als einziges Gepäck ein zierliches, rundes Deckelkörbchen in der Hand; und das dunkelhaarige, schlanke Backfischchen, das so leicht und gewandt die Wagenstufen nahm, schien auch nicht gerade niedergedrückt von der Last zweier Schirme und einer mäßigen Reisetasche. Trotzdem mußte die Gesellschaft die ganze Reihe des Wagens entlang wandern, ohne Platz zu finden. Alle Abteile waren schon so besetzt, daß drei Personen nicht mehr hinein konnten. Endlich, im letzten, saßen nur eine Dame und ein Herr.
Ob man bei Stehely einen Begriff von der Verberlinerung der Literatur bekommen kann¿ ganz gewiß, oder man müßte sich täuschen in dieser stummen Bewegungssprache, die einen Haufen von Zeitschriften mit wilder Begier und neidischem Blick zusammenträgt, ihn mit der Linken sichert und mit der Rechten eine nach der andern vor die starren, teilnahmslosen Gesichtszüge hält. Die Eisenstange und das Schloß des Journals scheint mit schwerer Gewalt auch seine Zunge zu fesseln¿wer würde hier seinen Nachbar auf eine interessante Notiz aufmerksam machen? Ein feindliches Heer könnte eine Meile von Berlin entfernt sein, kein Mensch würde die Geschichte vortragen, man würde auf den Druck warten und auch dann noch ein Exemplar durch aller Hände wandern lassen¿fast in der Weise, wie in Stralow die honetten Leute vor jeder lebhafteren Gruppe vorbeigehen mit dem tröstenden Zuruf, man würd' es ja morgen gedruckt lesen.Stehelys Besucher bilden natürlich zwei Klassen, die Jungen und die Alten, mit der näheren Bezeichnung, daß die Jungen ans Alter, die Alten an die Jugend denken. Jene sind Literaten in der guten Hoffnung, einst sich so zu sehen, wie man jetzt die Klassiker sieht, weihrauchumnebelt; diese sind Beamte, alte Offiziers, die in einem Atem von den politischen Stellungen des preußischen Staats, den Füßen der Elsler, den Koloraturen der Sontag, dem Spiel der Schechner sprechen! Nichts Unerbaulicheres! Vor dem Gespräch dieser alten Gecken möchte man sich die Ohren zuhalten, oder in die einsamere Klause des letzten Zimmers flüchten. Schon wenn sie angestiegen kommen, zumal jetzt im Winter; diese dummen, loyalen Gesichter, diese Socken und Pelzschuhe, deren Tritt nicht das leiseste Ohr erspähen könnte. Triumphierend rufen sie um die "Staatszeitung", forschen nach den privatoffiziellen Erklärungen eines H., v. R., v. Wsn. Hierauf lesen sie die Berliner Korrespondenzen in der "Allgemeinen Zeitung", die ja wohl der Ausdruck der Berliner öffentlichen Meinung, als wenn es eine solche gäbe, sein sollen, und wenn sie sich dann noch an den logischen Demonstrationen der Mitteilungen aus der "Posener Zeitung" gestärkt haben, fallen sie übers Theater her und man muß sie verlassen. Ihnen am nächsten stehen einige langgestreckte Gardeleutnants und Referendare, die sich dadurch unterscheiden, daß die einen viel sprechen und wenig denken, die andern wenig denken und viel sprechen. Diese geben den Übergang zu den schon vorhin bezeichneten Jüngeren, auf die wir unten des breiteren zurückkommen müssen.
Die Kaiserin war dem schönen alten Herrn auf dem Waldweg zwischen Weißenbach und Ischl begegnet. Er ging in einem weißen Anzug, barhaupt, ganz langsam, den Kopf gesenkt. Als die Kaiserin mit ihrer Begleiterin vorüberkam, blickte er auf, zerrte den zusammengeknüllten Panamahut aus der Tasche und grüßte mit verehrungsvollem Schwung. Jetzt sah die Kaiserin sein bartloses, mageres Gesicht.»Er hat ja beinah ein Beethovengesicht,« sagte Majestät, »wie alt ist er denn?«»Einundfünfzig,« erwiderte die Gräfin Hoheneck, die alles weiß.»Merkwürdig, und sein Haar ist schon ganz weiß. Aber das steht ihm. Man denkt, der hat alle Leiden der Erde mitgemacht.«Am Tage darauf wurde Professor Laurenz Maier ins kaiserliche Schloß befohlen.Die Kaiserin stand beim Fenster, als er auf der Straße herankam: »Wie ruhig er geht, und wie klein er ist. Oder ist es seine Zartheit, die ihn so klein macht? Der schmale Körper schlottert in den weiten Kleidern.«Als die Kaiserin ihn sprechen hörte, versteckte sie das Gesicht hinter ihrem großen Fächer. Er sprach ganz leise, aber seine Stimme war getränkt in einem metallischen Ton. Ihre eigene Stimme kam ihr heiser und trocken und grau vor neben dieser Geigenstimme. Endlich faßte sie sich und fragte: »Was treiben Sie eigentlich, Herr Professor?«»Ich bin Lehrer am Schottengymnasium, ich lehre Griechisch, Französisch, Italienisch.«»Und wenn Sie so langsam durch den Wald gehen, wie unlängst, was denken Sie da?«»Majestät,« sagte der weißhaarige Mann mit einem fast unmerklichen Lächeln: »Ich denke so wenig . . . .«Da mußte auch die Kaiserin lächeln: »Das freut mich . . . Wenn es mir gut geht, vergesse ich auch zu denken.«
Eine Flügelthür an der Wand links führt zum Vorzimmer. Rechts ist die Thür zu den inneren Räumen des Hauses. An der Hinterwand eine offene Thür zum Zeichenzimmer. Im Vordergrund links ein Pult mit Büchern, Briefschaften und Schreibmaterialien. Oberhalb der Thür ein Ofen. In der Ecke rechts ein Sofa mit Tisch und ein paar Stühlen; auf dem Tische Wasserkaraffe und Glas. Ein kleinerer Tisch mit Schaukelstuhl und Lehnstuhl im Vordergrund rechts. Angezündete Arbeitslampen auf dem Tische im Zeichenzimmer, auf dem Tische in der Ecke und auf dem Pulte.
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