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Braka, die alte Zigeunerin im zerlumpten roten Mantel, hatte kaum ihr drittes Vaterunser vor dem Fenster abgeschnurrt, wie sie es zum Zeichen verabredet hatte, als Bella schon den lieben vollen dunkelgelockten Kopf mit den glänzenden schwarzen Augen zum Schieber hinaus in den Schein des vollen Mondes streckte, der glühend wie ein halbgelöschtes Eisen aus dem Duft und den Fluten der Schelde eben hervor kam, um in der Luft immer heller wieder aus seinem Innern heraus zu glühen. »Ach sieh den Engel«, sagte Bella, »wie er mich anlacht!« »Kind«, sprach die Alte, und ihr schauderte, »was siehst du?« »Den Mond«, antwortete Bella, »er ist schon wieder da, aber der Vater ist wieder nicht nach Hause gekommen.
NEURATH. Ich habe zu bittenHORFMANN. Wird nicht geschehen.NEURATH. Ich weiß, was Ihnen von nun an gebührt, Herr Haushofmeister!HORFMANN. Ihr gehorsamster Diener, Herr Gerichtshalter! Künftig wie bisher.NEURATH tritt ein und geht vor.HORFMANN. Also ist nun alles in Richtigkeit. Herr von Delomer haben wirklich das hochgräfliche Gut Ihro Excellenz dem Herrn Grafen Warbing abgekauft?NEURATH. Alles richtig. Heute, als an des jungen Herrn Baron von Dominique Geburtstage wird die förmliche Uebergabe hier auf dem Schlosse vor sich gehen.HORFMANN. Gewiß?NEURATH. Ganz gewiß. Die. gräfliche Herrschaft ist deshalb unterweges.HORFMANN. Der junge Herr von Dominique wissen gar nichts davon, daß Ihr Herr Schwiegervater, der Herr Baron von Delomer, das gräfliche Gut kaufen, darauf schwöre...
La Bible Darby est la traduction française réalisée par JN Darby au XIXème siècle à partir des textes originaux hébreux et grecs. Elle est agrémentée de notes, généralement pour donner le sens littéral de termes pour lesquels il a été préféré un formulation française plus explicite. John Nelson Darby a réalisé cette traduction au cours du XIXe siècle. Pour la première fois le Nouveau Testament a été édité en 1859 et l'Ancien Testament en 1885.John Nelson Darby est né en 1800 et mort en 1882. Il est le fondateur de nouvelles communautés chrétiennes, les Frères de Plymouth, encore répandues en France sous le nom de Darbystes.Désireux d'offrir une nouvelle traduction en français, il publiera en 1859 les Livres Saints connus sous le nom de Nouveau Testament en les basant sur le texte de 1633.Darby colle au plus proche de l'original. Il s'attache au littéralisme en n'interprétant pas le texte mais en le traduisant scrupuleusement.Une comparaison a été faite entre une édition de 1908, de 1991, de 2008 et de 2011. Sur plus de 500 versets, aucune différence n'a été trouvée. Tout porte à croire que la Darby n'a jamais subi de révision.
»Vater!« rief Gesine Larsen laut über den Hof. Sie bekam keine Antwort.Einen Augenblick blieb sie noch in der Tür stehen, die vom Hause nach dem Hof führte, und sah sich nach allen Seiten um, da aber nirgends etwas zu hören oder zu sehen war, ging sie nach dem Kuhstall hinüber.Es war Melkzeit. Line, das Jungmädchen, lachte natürlich gerade und versetzte der ¿Schwarzlotte¿ einen Schlag, weil sie nicht stillstehen wollte. Die beiden wurden immer nicht so recht miteinander fertig. Sie waren wohl beide noch nicht gesetzt und bedächtig genug.»Hest Vater nich' 'sehn?« rief Gesine ihr zu.»Nee!«Sie ging nun weiter, den Mittelgang entlang bis zum Jungvieh, wo sie jemand herumhantieren hörte. Es war der Kuhknecht, der beim Füttern war. Nun wiederholte sie ihre Frage und bekam die gleiche Antwort. Jens Larsen war nicht da und war auch nicht dagewesen. Sie hatte es nicht sehr eilig und blieb noch bei den Kälbern stehen.»De von de Bleß hett sick ober rutmakt,« meinte sie.»Jawoll, dat's nu unser Best,« sagte der Knecht.»Na, komm!« Sie wollte dem kleinen, rotbraunen Kalbe den Kopf krauen, aber es nahm die Liebkosung ungnädig auf, stemmte sich mit seinen steifen, dünnen, ungeschickten Beinen fest gegen den Boden und schob den ganzen Oberkörper so weit zurück, wie es ihm möglich war.
Die kleine Prinzessin Marie war 6 Jahr alt und führte ein glückliches Leben. Alle Welt war ihr gut und Jedermann bemühte sich, ihr Freude zu machen. Täglich wurden kleine Mädchen eingeladen, mit denen sie im schönen Wagen spatzieren fuhr und mit schönen Spielsachen spielte.Die Spielsachen waren aber ganz außerordentlich schön. Sie hatte unter Anderm eine Puppenstube, welche so groß war, daß nicht nur die Puppen, sondern auch deren Besitzerin, nebst zwei ihrer Freundinnen darin Platz fanden. Kanapee, Stühle und der Tisch waren so eingerichtet, daß die Kinder sich ihrer bedienen konnten und oft wurde dort in Gesellschaft der Puppen von verschiedener Größe Chocolade getrunken. Der kleine Hund Joly wurde bei solchen Gelegenheiten ebenfalls eingelassen und erhielt einen Platz auf dem Kanapee, von wo aus er mit wahrhaft menschlicher Grazie, ebenfalls Chocolade trank und Bisquit fraß. Wenn er sich zuweilen vergaß und sich allzu gefräßig zeigte, so wurde er ernstlich ermahnt und das Prinzeßchen drohte mit dem Finger.Die Puppen waren indeß von verschiedener Größe und von ganz verschiedener Art. Da sah man eine große Puppe als Königin angethan, mit einer goldenen Krone auf dem Kopf und dem Hermelinmantel um die Schultern. Neben ihr saß das Bauermädchen in der Landestracht, mit Bändermütze, kurzem Rock und goldgesticktem Latz. Ein kleiner Knabe und ein kleines Mädchen waren in den kurzen Flügelkleidern und weißen Beinkleidern mit den runden Strohhüten sehr hübsch anzusehen. ¿ Außerdem gab es auch Puppen in Haus- und Ball-Kleidern und alle hatten ihre besondere Garderobe. Viele davon besaßen sehr schönes langes Haar, und es gewährte den Kindern große Freude, solches zu kämmen und zu flechten; andere hatten blos Locken, was ihnen auch sehr gut stand.
Wenn unsre deutsche Schauspielkunst, Nicht Eines Fürsten Schutz, nicht Eines Höflings Gunst Durch ganz Germanien sich kaum zu rühmen wußte; Bald Gallien durch Witz, bald Welschland durch Gesang, Wo sie kaum athmete, sie wiederum verdrang: Wenn man das kleinste Lob der armen Kunst versagte, So bald sie sich nur zu gefallen wagte: Was Wunder, daß sich nie ihr Lob Zu jener Bühnen Stolz erhob? Daß Deutschlands Dichter selbst Cothurn und Soccus scheuten, Und jeden Schritt, den sie darauf gethan, bereuten? Allein, wenn dieser Kunst ein Thron selbst Schatten giebt; Wenn der, der diesen schmückt, sie schützt, belohnt, und liebt, Sich, als ein Patriot an ihrem Spiel ergötzet, Und sie nicht nur nach dem, was sie bereits gethan, Nein; nach der Hoffnung auch, was sie einst werden kann, Nach ihrem Fleiß, nach ihren Kräften schätzet: Nicht junge Dichter unsrer Bühnen Mit Molieren und Racinen, Mit Sophoklen und Shakspearn mißt, Und keine Hinderniß vergißt, Die ihren schweren Lauf noch hier und da verschließt: Wie muß sich da Thalia freuen, Sich auch auf unbetretner Bahn Solch' einem Throne sich zu nahn, Und Weihrauch ihm, so gut sie kann, zu streuen! Durchlauchtge Herzoginn! wer denkt, wer nennt nicht Dich, Sobald man unser Schauspiel nennet? Wer denkt nicht an den Schutz, den Deine Huld ihm gönnet? Und wie erfreut die Muse sich, Mit jenem sich freundschaftlich zu vereinen, Und Hand in Hand vor Dir, o Fürstinn, zu erscheinen! Die Huld Amaliens verschmäht die Blume nicht, Die diese jetzt auf fremden Wiesen bricht, Und in den Strauß einheimscher Kräuter flicht! Wie könnte Sie ein Spiel verschmähen, Wo wir der Einfalt edles Herz, Bey einem ländlich freyen Scherz In seiner ganzen Unschuld sehen, Für seinen Fürsten es voll Liebe brennen sehen? Denn sagt Ihr nicht Ihr Herz entzückt, Was alle die, die Ihren Schutz genießen, Die Sie umher durch weise Huld beglückt, Für Sie bis in den Hütten fühlen müssen? Sie kann kein Spiel verschmähn, wo sich ein König zeiget, Der seiner Bürger Freund, Vertrauter, Vater ist, Der Reichthum und Geburth vergißt, Wann durch Gewalt, Verrätherey und List
Dans une Bretagne mystérieuse et sauvage où les escarmouches entre l'insurrection royaliste et les forces républicaines ne sont jamais bien loin, Janet Legoff ou Joson Férou, hommes du cru, racontent les histoires étranges ou émouvantes des siècles passés. Il y sera question de trésors cachés, de fées malfaisantes, d'un chien héroïque, et pardessus tout de la fierté, du sens de l'honneur et du courage des nobles de Bretagne et de leurs ennemis républicains, autant attachés à leur terroir que forgés par lui.
1842. La Comédie humaine Études de moeurs. Deuxième livre, Scènes de la vie de province Tome II. Sixième volume de l'édition Furne 1842 Le docteur Rouget, malin et tyrannique, a su profiter de la Révolution française pour s'enrichir. Il a, de plus, épousé l'aînée de la famille Descoings, négociants qui se sont enrichis grâce à l'achat de biens nationaux. À sa mort en 1805, il dispose d'une grande fortune qu'il laisse dans sa quasitotalité à son fils, JeanJacques, en déshéritant sa fille Agathe, émigrée à Paris. Celleci a épousé Bridau, fonctionnaire intègre, honnête, qui voua sa vie à Napoléon. À la mort de son mari, Agathe se retrouve seule, avec peu de ressources pour élever ses deux fils Philippe et Joseph. Ses ennuis financiers suivront l'étoile napoléonienne. Philippe, militaire dans l'âme, fait le bonheur de sa mère, tandis que Joseph, le cadet, futur grand peintre, la désole. Hélas, bon à rien hors des champs de bataille, Philippe se refusera à servir les Bourbons après la chute de Napoléon. Un voyage aux ÉtatsUnis le rendra violent, buveur, menteur et voleur. Au plus fort de leurs problèmes d'argent, ils apprennent que leur oncle maternel, JeanJacques, est sous l'emprise d'une jeune et jolie paysanne, Flore Brazier, recueillie par leur père, et qui se surnomme «la Rabouilleuse» (en français régional, une personne qui agite et trouble l'eau pour effrayer les écrevisses et les pêcher plus facilement). JeanJacques n'ayant pas d'enfants, Agathe et Joseph se rendent à Issoudun pour tenter de récupérer une partie de la fortune qui leur est due...
Nous retrouvons notre adolescent, toujours en possession de la lettre qui peut ruiner sa famille. Il retrouve son ancien camarade de pension, qui lui vole le document, sans réussir toutefois à arriver à ses fins...
«Arènes sanglantes» est le roman le plus connu de Vicente Blasquo Ibañez, auteur engagé et militant républicain. Certains ont comparé l'auteur à Zola ¿ comparaison qu'il récusait d'ailleurs ¿ ou à Miro. Le héros de ce récit, Gallardo, gamin des quartiers pauvres, devient un toréro célèbre, réputé pour son audace, et s'enivre de gloire. Héros de tragédie antique, ce parvenu que son métier fait rencontrer le monde des puissants entretient des relations ambivalentes avec ses nouveaux amis et son milieu d'origine qui sont ses meilleurs fans. Pris entre les dangers de son métier et son besoin de reconnaissance, il poursuivra sa quête jusqu'à son aboutissement logique, inévitable.
Roman de jeunesse de Ponson du Terrail, réunit tous les composants du roman gothique: vampires, fantômes, château médiéval. Ponson du Terrail ne ménage pas les effets, non sans ironie, voire parodie. L'histoire s'ouvre sur une promesse que fait le baron Hector de Nossac à une ancienne maîtresse, promesse d'être son esclave pendant 24 heures au moment qu'elle choisira. Celleci se rappelle au bon souvenir du baron tandis que celuici se prépare à sa nuit de noces. Il respecte son serment et délaisse sa jeune épouse. À son retour, il apprend que sa femme, désespérée, est retournée dans le château familial en Bretagne. Hector de Nossac part à sa recherche, mais arrive trop tard: elle est morte de chagrin. Désespéré, il s'engage dans l'armée où il se comporte héroïquement et finit par arriver en Bohème, point de départ de rencontres fantastiques pour notre héros, hanté par le fantôme de sa jeune femme morte...
Troisième tome de la trilogie «Jacques Vingtras». Pour gagner de quoi vivre Jacques devient tour à tour pion, auxiliaire au services des naissances, avant de découvrir sa vraie voie: journaliste. Ces articles trops mordants le font rapidement renvoyer des journaux auxquels il se propose. Politiquement marqué, il n'a plus qu'une solution...
Mein Niemand laß mir zu / daß ich den Namen schreibe / Darauff diß Werck beruht; denn was mein Spiel verlacht / Und was die Feder meint / das ist auf dich gedacht: Gestalt ich allezeit dein stiller Feind verbleibe. Du bist mein eintzigs Ziel / du must getroffen seyn; Und noch zum Uberfluß hab ich die Macht genommen / Daß dein Gedächtnüß soll in diese Zuschrifft kommen / Derhalben sey vergnügt / und geh es willig ein. Du bist der Unglücksmann / der allen Staat verkehret / Der Aempter machen kan / der allen Trug erdenckt / Der Gifft und Gaben nimmt / und doppelt wieder schenckt / Der endlich Geld und Glück in solcher List verzehret. Man schaue nur das Volck der lieben Menschen an / So weit als Jemand wohnt; wird Jemand wol gefraget / Der folgends solche That zur Antwort von sich saget? Und also bleibts darbey: Herr Niemand hats gethan. Der Schaden lieget da. Der Nechste wird betrogen / Ein Armer teuschet sich in seiner Zuversicht / Gesetzt ob Ihm das Glück ein süsses Ziel verspricht. Wer da? Herr Niemand hat den Fuchs Peltz angezogen. Indessen hoff ich noch / daß Jemand in der Welt /
An der achten Auflage (1891) dieser zuerst im Jahre 1854 erschienenen Schrift war nichts weiter neu, als das passendere Format und die geschmackvollere Ausstattung. Dasselbe gilt von der hier vorliegenden neuen Auflage. Auch dieser darf ich die Worte anpassen, welche Fr. Th. Vischer dem Wiederabdruck einer älteren Abhandlung (»der Traum«) vorausschickte. »Ich nehme«, sagt Vischer, »diese Studie in die gegenwärtige Sammlung auf, ohne sie gegen Angriffe, die sie erfahren hat, zu schützen. Auch verbessernden Überarbeitens habe ich mich enthalten, ausgenommen kleine unwichtige Nachhilfen. Ich würde jetzt manches vielleicht anders sagen, mehr auseinandersetzen, gedeckter, beschirmter hinstellen; wem gefällt eine Arbeit ganz, wenn er sie nach Jahren wieder liest? Allein man weiß auch, wie leicht mit nachbesserndem Eingreifen mehr verderbt als besser gemacht wird.«Wollte ich hier in Polemik eingehen, auf alle Kritiken antwortend, welche meine Schrift hervorgerufen hat, so würde dies Büchlein zu einem erschreckend starken Band anschwellen. Meine Überzeugungen sind dieselben geblieben, desgleichen die Positionen und schroff sich gegenüberstehenden Musikparteien der Gegenwart. Der Leser wird mir daher wohl auch die Wiederholung einiger Bemerkungen gestatten, mit welchen ich das Erscheinen der dritten Auflage begleitet habe. Der Mängel dieser Abhandlung bin ich mir sehr lebhaft bewußt. Demungeachtet hat das weit über Erwarten günstige Schicksal der früheren Auflagen und der mich hocherfreuende Anteil, mit welchem bedeutende Fachmänner philosophischer wie musikalischer Disziplin davon Akt nahmen, mich überzeugt, daß meine Ideen, auch in der etwas scharfen und rhapsodischen Weise ihres ursprünglichen Auftretens, auf gutes Erdreich gefallen sind. Eine merkwürdige Übereinstimmung mit diesen Anschauungen fand ich, aufs freudigste überrascht, in den erst nach dem Tode des Dichters erschienenen kleinen Aufsätzen und Aphorismen über Musik von Grillparzer. Einige der wertvollsten dieser Aussprüche habe ich in dieser neuen Auflage zu zitieren mir nicht versagen können; ausführlicher davon ist in meinem Essay: »Grillparzer und die Musik« gehandelt.
Aus den Intrigen, welche die erste Aufführung des »Tartüffe« von Molière verhindern sollten, einen neuen »Tartüffe« zu bilden, hatte schon Goldoni versucht. Ohne diesen Vorausgang unter den hundert Lustspielen und Possen des Venezianers zu kennen, las ich das betreffende Stück erst, als meine Arbeit bereits vielfach gegeben war. Der Richtung seiner Zeit und den strengen Theatergesetzen eines Jahrhunderts gemäß, wo in Rom die Frauenrollen noch von Männern gespielt wurden, hielt sich Goldoni, ohne die Heuchelei im Lichte seiner Zeit schärfer auszuführen, an dieselbe enge Familiensphäre, in welcher sich der Scheinheilige bei Molière bewegt. Seine Wiedergabe der Molièreschen Fabel scheint mir frostig zu sein. Vorstehendes Lustspiel wurde im Sommer 1844 geschrieben und nahm seine nächste Veranlassung aus dem Geist und den Kämpfen der damaligen Zeit. Am Bundestage, in Österreich, in Sachsen, in Preußen waren die Bücher-, Zeitungs- und Dramenverbote an der Tagesordnung. Rücksichtslos gingen die polizeilichen Maßnahmen über die Lebensinteressen der Autoren hinweg. Eine kalte, mumienhaft vertrocknete Praxis der Zensurbehörden kümmerte sich um keine Bitte, keine Versicherung, die Harmlosigkeit der ihnen vorgelegten Erfindungen betreffend; in Preußen herrschte eine Koterie höherer Polizei- und Regierungsbeamten, deren oberster Chef, Tzschoppe, mit fixen, man könnte sagen, Alba-Ideen und schon als ein Irrer umging, während er noch den Staatsrat besuchte.
Eigentlich hatte mich nur der Regen ins Olympia getrieben. Ich wollte nicht lange bleiben und nahm ein Promenoir, um einen Black and White zu trinken. Seltsam, wie mich an diesem Abend das gemalte Lächeln, die absurden Hüte, die aufreizenden Parfüms anwiderten. Ich konnte nur das nackte Elend sehen, das sich darunter verbarg. Und versank vor den Bettelnden, den Provokanten, den Ironischen, die sich um das Almosen von ein bißchen Liebe oder einem Geldstück bemühten, ganz in Bitterkeit. Da legte sich eine Hand auf meine Schulter. Wie wohl das plötzlich tat, in dieser traurigen Stunde die Hand eines Freundes zu fühlen. Ich hatte meinen Freund Cornavon lange nicht gesehen. »Nehmen Sie mir es nicht übel, Cornavon, Sie wissen, die Traurigkeit macht undankbar.« »Sie kamen sicher auch, um die Jenny Gilbert tanzen zu sehen?« »Wer ist das?« »Sie werden sehen. Sie tritt gleich auf.« Wir gingen in die Proszeniumsloge. Das weichfließende, hochgeschlitzte korallrote Kleid gab der schlanken Plastik und der wollüstigen Grazie der Tänzerin prachtvollen Ausdruck. Hier hatte wahrhaft die Natur ein Äußerstes getan, das Meisterstück einer Frau zu bilden. Der Hut aus Straußenfedern schattete über einer klaren Stirn und einem Paar Augen voll dunklem Licht und starkem Leben. Wir waren hingerissen.
Jene Städte sind närrisch, welche klagen: Wir haben viel gelitten, bei uns haben die Türken ein oder zwei Jahrhunderte gehaust. Wahrhaft litten jene Städte, wo weder Türken hausten, noch Labanzen und Kurutzen, und welche sich aus eigner Kraft erhielten, wie zum Beispiel Kecskemét; denn wo von den kriegführenden Parteien sich die eine aufhielt, dort dominierte, plünderte nur die eine und die anderen wagten sich nicht einmal hin, wo aber keine einzige wohnte, dorthin gingen alle Erdbeeren sammeln.Eines Tages wandelte den Ofner Pascha die Laune an, ein wenig zu brandschatzen: »Mein Sohn Dervisch Beg, schreibe dem Kecskeméter Richter!« Und der Brief ging sofort ab, aus dessen üppigem Stile der Ausdruck nicht fehlte: »Ihr spielt mit Euren Köpfen!«Aber auch der Szolnoker Musta Beg ging nicht anders vor, denn er brandschatzte Czegléd, Körös, Kecskemét und die umliegenden Dörfer. Jede gesegnete Woche warf er ihnen neue Lasten aus, indem er schrieb: »Diesen Herrenbrief sollt Ihr zu Pferde in jede Stadt, in jedes Dorf tragen und darnach handeln.«Seine Gnaden, der tapfere Herr Emerich Koháry rechnete gleichfalls auf die wohlhabenden Städte und erließ von Seite der Kaiserlichen aus Szécsény Verordnungen, ja selbst der Gácser Stuhlrichter, Seine Gnaden Herr Johann Darvas war nicht faul, ihnen an den Leib zu gehen, wenn die Kurutzen etwas nötig hatten. Dazu kamen noch die herumschweifenden tatarischen Horden und die verschiedenen Truppen, welche auf eigene Faust arbeiteten. Und mit all diesen sollte man auf freundschaftlichem Fuße leben!
Mitten im Walde stand irgendwo vor etwa hundert Jahren ein altes Haus. Wie alt es war, wußte niemand ganz genau; die Leute in der Umgegend sagten, ein paar hundert Jahre könne es schon stehen. Früher war der Wald drum herum groß und weit gewesen, man hatte sich recht darin verlaufen können. Dann waren die Dörfer näher gerückt, am Rande war viel abgeholzt worden, und vom uralten Häuschen führten schließlich drei Straßen ins Land. Überall da, wo die Straßen endeten, lag ein Dorf, im Osten Schönau, im Süden Lindendorf und im Westen war eins, das die Leute Protzendorf nannten. Dort wohnten lauter sehr reiche Bauern, die arg hochmütig waren. Mit den Bewohnern der andern Dörfer verkehrten sie gar nicht, und die Kinder aus Protzendorf kamen auch nie zum Waldhäuschen gelaufen. Das taten die Kinder aus den andern Dörfern nämlich sehr gern, denn im Waldhäuschen lebte ein Holzschnitzer, der gar wunderliche, schnurrige Dinge schnitzte. ¿Kasperleschnitzer¿ hieß er in der Umgegend; er schnitzte emsig den ganzen lieben Tag lauter Kasperlepuppen, und seine kleine Frau Annettchen zog die Puppen an. Da saß manchmal eine bunte Gesellschaft auf der Holzbank im Waldhäuschen, und die Kinder aus Schönau und Lindendorf kamen oft gelaufen, sich die Kasperlepuppen anzusehen. Sie erfuhren es immer, wenn wieder eine Anzahl Puppen zum Verschicken in die weite Welt fertig waren. Liebetraut, des Kasperleschnitzers Pflegetochter, kam dann geschwind in eins der Dörfer gelaufen und sagte es den Kindern, denn das Mädchen war mit allen Kindern gut Freund. Ja, manchmal hängte Liebetraut vor eins der kleinen Fenster im Waldhäuschen einen roten Vorhang; dann spielte sie mit den Puppen den Kindern etwas vor, und das ganze kleine Waldhaus war umjauchzt von Lachen. Den Kindern wurde das Abschiednehmen von den Kasperlepuppen immer sehr schwer, doch die wurden in eine große Kiste gepackt, reisten in die weite Welt hinaus, und keine kehrte mehr ins Waldhaus zurück.
Eine Legende läßt die Geburt der persischen Lyrik ¿ Wort, Rhythmus und Reim ¿ aus dem Echo entstehen, das zum Anlaß die Worte der Liebe hat, welche der König Behram Gor seiner Geliebten Dil Aram und diese ihm auf die Lippen flüstert in der Umarmung. Singt die afghanische Lyrik die tolle Freude des Besitzes der Geliebten, sehnt sich die arabische nach der fernen Geliebten, so ist es der Charakter der persischen Liebeslyrik, zu verweilen, zu kontemplieren, in Ruhe zu genießen, sich zu wiegen. Das »Italienisch des Orients« hat man das süßklingende, sonore Persisch genannt, dessen Gedicht eine anmutig träumende Karesse ist. Es vermeidet, Gegensätzliches aufzurufen, so sehr, daß der Gegensatz sogar dem persischen Theater fehlt: es ist ganz lyrisch und bar jeden dramatischen Interesses. Nur auf solchem kontemplativen Boden konnte die mystische Dichtung der Sufis möglich werden. Die Gefahr aber solchen Verhaltens hat die persische Lyrik nicht vermeiden können: sie wurde konventionell und weist nach dem 14. Jahrhundert keine Namen mehr auf, nachdem sie Firdusi, Omar den Teppichweber, Amic, Ferid-ud-din Attar, Saâdi, Hafis und Djami in den Tempel ihres unvergänglichen Ruhmes gestellt hat.
Nur dich erfreut mein Gram! Sieh, welch Erbarmen Die holden Frau'n bewegt, dass Qual und Sterben Zu süss du noch erachtest für mich Armen. Wo ist nun Mitleid? Wen zum Schützer werben Vor Weibes Grimm, wenn Männer sich vernichten, In Hass und Kampf sich stürzen ins Verderben? Du, Amor, sollst wie immer heut auch richten! Und reiche nur den Bogen ihren Händen; Bin schuldig ich, dann mag sie mich vernichten. Der, welcher schmachtet zwischen Kerkerwänden, Der, den zum Tod man schleift in wilder Hetze, An welch ein Tribunal soll der sich wenden? Was nützen ihm und mir Recht und Gesetze? Doch sag', warum lehrt dich mein Lieben hassen? Wer fasst es, dass dich Fleh'n in Wut versetze? Dem Schatten gleicht dein Reiz, in dem erblassen Die dir sich nah'n; das Herz, das liebewarme, Muss schauernd sein Verderben hier umfassen. Ihr stolzen, stets zum Mord bereiten Arme, Ihr Augen, spottend der im Netz Verstrickten, Ihr Hände, höhnisch deutend auf uns Arme, Ihr Gaben all, verliehen der Beglückten Zu hohem Ruhm, nicht schuf euch Gottes Wille, Um Tod und Schmach zu bringen uns Entzückten! Ihr sollt im Spiegel eurer Schönheitsfülle Den Glanz uns ahnen lassen jener Sphären, Die noch uns birgt des Staubes Schleierhülle. Die ird'sche Schönheit soll uns glauben lehren An ew'ge Schönheit, göttliche Vollendung; Und du lebst nur zu töten, zu verheeren! Ein Himmelsbote, spottend seiner Sendung, Verdient den Untergang noch mehr als jene, Die ihm gefolgt in menschlicher Verblendung. Die Liebe zeigt dein Ende mir, du Schöne, Dass meine Warnung deinen Stolz vernichtet Und dir ins Auge lockt die Reueträne. O fühle doch der Welt dich auch verpflichtet, Für die so schön geschaffen du; gefallen Lass dir die Lieder, dir zum Ruhm gedichtet. Die Tugend nützt sich selbst nicht nur, nein allen, Dem Himmel gleich, der Licht am meisten spendet, Wo sich am dunkelsten die Schatten ballen, Du aber hast dich geizig abgewendet;
Der Leipziger Student Christian Reuter, der im Jahre 1696 »Schelmuffskys wahrhaftige, curiöse und sehr gefährliche Reisebeschreibung zu Wasser und Lande« anonym erscheinen ließ, ist als der Verfasser eines der lustigsten Bücher unserer Literatur, das die Aufschneidereien des weltberühmten Freiherrn von Münchhausen noch übertrumpft, erst vor wenigen Jahrzehnten aus der selbstgewählten Verborgenheit an das Licht gezogen worden. Von seinem L e b e n wissen wir, abgesehen von seinen tollen Studentenjahren, über die uns die umständlichen Disziplinarakten eines hochlöblichen akademischen Senats Auskunft geben, herzlich wenig; aber gerade die Leipziger Jahre Reuters, der, 1665 als Sohn eines Bauern in der Nähe von Zörbig bei Halle geboren, 1694 die Universität bezog, sind mit der Entstehung des »Schelmuffsky« auf das engste verknüpft und bieten auch sonst ein interessantes Bild von dem akademischen Leben jener Tage.Christian Reuter, den wir uns als einen frischen, übermütigen Burschen, dem ein gehöriger Schalk im Nacken saß, denken müssen, wohnte als Student in dem Hause »Zum roten Löwen« auf dem Brühl bei einer gewissen Frau Müller, die verwitwet war und eine Reihe erwachsener Kinder, drei Söhne und zwei Töchter, hatte. DieF a m i l i e M ü l l e r , dummstolz und hoffärtig, scheint wegen ihrer ungebildeten, stereotypen Redensarten in studentischen Kreisen ein beliebtes Ziel des Spottes gebildet zu haben; der älteste Sohn Eustachius, das Urbild des Schelmuffsky, war ein Aufschneider und Tagedieb und nach einer gemäß der Sitte junger Edelleute angeblich von ihm unternommenen Auslandreise in das mütterliche Haus zurückgekehrt, wo er sich nicht wenig aufspielte und durch einen liederlichen Lebenswandel die Wirtschaft herunterbrachte. Es dauerte nicht lange, so geriet Reuter, wohl wegen rückständiger Miete, mit seinen Wirtsleuten in Streit und mußte, nachdem ihm, wie es scheint, übel mitgespielt worden war, das Haus verlassen.
FRAU SOPHIE JAGERT sitzt allein an dem Sofatisch links. Sie hat die brennende Lampe nah zu sich herangezogen und strickt emsig. ¿ Plötzlich legt sie das Strickzeug mit einem Ruck auf den Tisch und horcht nach rechts. Dann schüttelt sie den Kopf und seufzt laut. Wie sie ihre Arbeit wieder aufnehmen will, klingelt es. Sie fährt zusammen, freudig. Doch! Sie eilt nach rechts ab und öffnet. Man hört von draußen ihre Stimme mit einem Tone der Enttäuschung. Ach du bist's!
Sich, schon bepurpurt des Parnassus Gipfel Der Frühe Schein, der goldne Sonnenwagen Erhebt sich glorreich in die blaue Bahn; Und kaum doch scheuchte den gesunden Schlaf Des Morgens frischer Hauch mir von den Wimpern: Drum eifrig an mein Werk, den heilgen Dienst! Vor allem aber muß ich dich begrüßen, Apollo, heitrer Gott, der du von droben Das milde Licht herab zur Erde sendest Und hier im Tempel mit der Weisheit Sprüchen Die dunkle Brust den Sterblichen erleuchtest. O küsse meine Stirn mit reinem Strahl, Du, den Gebieter ich und Vater nenne, Weil du im Heiligtum mich auferzogst, Auf daß ich, von der Menschen wüstem Treiben Ganz unberührt, der Jugend regen Trieb, Das frohe Leben deinem Dienste weihte, Hier saug ich deinen Atem in der Luft, Und es umfängt mich dieser Haine Schatten So zärtlich wie dein väterlicher Arm. Mir schweifen irr und unbestimmt die Wünsche Nicht in die Ferne: Laß nur stets mich weilen Bei dir und sei mir wohlgefällig nah, So hast du mir das schönste Los gewährt. Ein jeder Tag erneut mir Lieb und Lust, Wie täglich frisch gepflückte Zweig' und Kränze Von deinem ewig grünen Lorbeerbaum Hier diese Säulen, dieses Tor umwinden. Schon legten sie die Diener mir bereit. Wohlauf!
Wohnung des Dr. Scheffler. Moderne Einrichtung. Vorn rechts ein Fenster, in dessen Nähe ein Arbeitstisch. Links, mehr im Vordergrunde, ein Schreibtisch mit Büchern und Acten davor ein Sessel, Thüren in der Mitte, rechts und links.Rechts und links immer vom Zuschauer aus
Der erste Akt des revolutionären Dramas auf dem europäischen Kontinent ist zu Ende. Die »Mächte der Vergangenheit« vor dem Sturm von 1848 sind wieder die »Mächte der Gegenwart«, und die mehr oder weniger populären Regenten, Triumvirn, Diktatoren, alle mit ihrem Gefolge von Abgeordneten, Zivilkommissaren, Militärkommissaren, Präfekten, Richtern, Generalen, Offizieren und Soldaten, sind an fremde Küsten verschlagen und »über See verschickt«, nach England oder Amerika, um dort neue Regierungen »in partibus infidelium«, europäische Komitees, Zentralkomitees, nationale Komitees zu bilden und ihr Kommen in Proklamationen anzukündigen, nicht minder feierlich als die eines weniger imaginären Potentaten.
Noch ist die Arbeit, Goethe in das Bewußtsein der Nation einzuführen, lange nicht vollendet. Wer die herrschende Bildung beobachtet hat, muß gestehen, daß die große Mehrzahl gar nicht ahnt, wieviel sie an Goethe besitzt. Seine Dichtungen sind berühmt und von allen gekannt, genossen und empfunden sind sie nur von wenigen. Sinn für Poesie ist überhaupt nicht weiter verbreitet als Talent z. B. für Mathematik. Die meisten haften an dem falschen Golde rhetorischen Schmuckes, werden kindisch gelockt von den Flittern der Diktion und, wenn es sich um Gestalten handelt, nur durch abstrakte Idealität berührt und fortgerissen. Selbst unter denen, die als Goethes Ausleger aufgetreten sind, haben sich nicht alle durch das Entzücken des poetischen Genusses und das Streben, auch andre daran teilnehmen zu lassen, zu ihrem Amte berufen geglaubt, sondern wurden vielmehr durch schulphilosophische Bedürfnisse, religiöse, politische, soziale Standpunkte, also mehr durch ein scholastisches und praktisches Interesse dazu geführt. Sie suchten an jenen Dichtungen die Gelegenheit, sie drängten sich den Inhalt schon mitbringend an sie heran, statt in unbefangener Hingabe die schöne Menschlichkeit und reine Darstellung auf sich wirken zu lassen und der Empfindung andrer näher zu bringen. So ist in den zahlreichen Schriften über Faust zwar jedes Wort, das in des Helden Monologen, in den Gesprächen mit Mephistopheles und Wagner ausgesprochen wird, zu einem heiligen Text geworden, zu dem die Noten und Exkurse sich häuften und welcher zu aller Art von Schriften und Verhandlungen Sprüche liefert, aber die wundervollen Szenen zwischen Faust und Gretchen, die Blüte des Werkes, wo die volle dichterische Schöpfungsmacht das ergreifendste individuelle Bild von Lieb und Leid des Menschenlebens vor uns hinwirft, bilden weiße Seiten, bei denen die geschäftige Interpretation schweigt. Wenn es Rötscher über sich vermag, bei Gretchens Gestalt und über sie hinweg an Unschuld, Fall und Erlösung des Menschengeschlechts, die durch sie dargestellt werden, zu denken, so müssen wir an seinem poetischen Sinne ebenso sehr zweifeln, als wenn Viehoff in seinem neusten Kommentar zu Goethes Gedichten die Schönheit derselben in Zäsur und Alliteration, iambischem und trochäischem Rhythmus, in das Vorherrschen dieses und jenes Vokals u. s. w. setzt. So findet Karl Grün die volle Bedeutung des Goetheschen Geistes in Wilhelm Meisters Wanderjahren, im zweiten Teil des Faust u. s. w., während z. B. Hermann und Dorothea von ihm kaum berührt wird. Auch ihm also liegt die soziale Wahrheit näher am Herzen als die poetische Kunst: er kann gleichgültig vorübergehen, wo die letztere unwiderstehlich fesselt; er kann liebevoll verweilen, wo sie erloschen ist. Sind so die Ausleger nicht immer das Organ reiner Freude an der Gegenwart der Poesie geworden, so findet man unter der großen Menge der Leser und Urteiler überwundene Meinungen und längst verlassene Standpunkte noch so sehr in vollem Bestand, daß es fortwährend not thut, die in engerem Kreise gewonnene ästhetische Einsicht von neuem vorzutragen. Der moralisch-didaktische Gesichtspunkt einem Dichterwerk gegenüber, die religiösen Abstraktionen, der Dualismus zwischen Sinnlichem und Uebersinnlichem, Leib und Seele, Irdischem und Himmlischem, der alle Kunst bis zur Wurzel zerstört, die Flucht aus der vollen Wirklichkeit der Natur und des Lebens, das Unvermögen, in der ersteren den innerlich bildenden Geist, in den Gestalten des letzteren die sie hervortreibende und beseelende Sittlichkeit zu empfinden ¿ dies alles ist in der großen Masse der Gebildeten noch so wenig erschüttert, daß es noch vieler und wiederholter Anwendung der Wahrheit auf einzelne Punkte bedarf, ehe sie sich des Sieges wird rühmen dürfen.
Wer von euch Kindern war während der vergangenen Sommerferien im Hochgebirge? Diejenigen unter euch, die von ihren Eltern nach den Tyroler Bergen mit genommen waren, die hatten es erleben können, daß sie eines Julimorgens erwachten und ringsum alles mit dickem Schnee bedeckt fanden, ganz wie zur Weihnachtszeit. Nicht viele Menschen wissen, woher dieses merkwürdige Naturereignis kam. Mir hat es eine geschwätzige Elster aus dem Ahrenthal gesagt, und ich will es euch wieder erzählen, so gut ich kann. In Bill, einem Dorfe bei Innsbruck, lebte ein Bauer mit seiner Frau und einem Söhnchen. Als sie einmal zusammen in die Kirche gingen, da fanden sie auf ihrem Wege ein Bündelchen und in dem Bündel ein Kind, ein kleines Mädchen. Der Bauer wollte es liegen lassen und sich nicht weiter darum bekümmern. Die Bäuerin konnte es aber nicht über's Herz bringen, das Kindchen voraussichtlich dem Tode preisgegeben zu sehen, und nahm es gegen den Willen ihres Mannes mit nach Hause. Sie pflegte und hegte nun den kleinen Findling mit unermüdlicher Liebe und Rosel, so ward das Kind genannt worden, dankte ihr die Sorge und Mühe, indem sie zu einem braven und wacker fleißigen Mädchen heranwuchs. Doch der Bauer mochte sie nicht leiden, und auch dann noch nicht, als Rosel nach dem Tode der Bäuerin die ganze große Wirtschaft besorgte, überall nach dem Rechten sah und dabei mit den Mägden für zwei arbeitete.
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