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  • av Frederike Henriette Marie Kraze
    228,-

    Dies ist einer der stillsten Tage des Jahres. Wir schreiben den 22. September. Ich sitze vor dem weitgeöffneten Fenster meiner Werkstatt. Drüben auf der Wiese liegt die Sonne wie eine große rote Frucht. Zum erstenmal auf der lächelnden Insel meiner Gelassenheit kommt mir der Gedanke, welche Leidenschaft sich hinter Tagen verbirgt, an denen bereits der Geruch des modernden Laubes sich mit dem von Korn und Äpfeln und Rosen vermengt. Ein immer Verhaltenes und Ungelöstes will nicht Ruhe geben. Denn ehe es nicht zum Austrag gelangte, kann der große Abschied nicht die große Verklärung werden.Solcherlei Gedanken hängen wohl mit dem kleinen silbernen Herzen zusammen, das vor ein paar Tagen zu mir zurückkam. Seit ich es aus dem verblichenen Samtkästchen herausnahm, ist auf dem Grunde meines Gehörs fortwährend ein gleichförmiges, schweres Rauschen.

  • av Hermann Conradi
    289,-

    Hier habt Ihr mein Buch! Euch gehöre es, weil es zugleich ein gutes und markiges, saftgeschwollenes Stück Eures intimsten Seelenlebens darstellt. Kann ich irgendeinen finden, der diesen harten Herzensfehden näher stünde als Ihr? Der dieser vieltönigen, im buntesten Melodienkranze vorgetragenen Beichte ein seelenvolleres Verständnis, eine feinere, durchgeistigtere Aufnahmefähigkeit entgegenbringen könnte als Ihr? Mit so vielen dieser Lieder und Gesänge ist die große Jugendfreundschaft, die uns ein heiteres und wohlwollendes Schicksal reizvoll und keimkräftig, bildend und blicköffnend, zusammen aufführen und ausbauen ließ, so eng, so untrennbar verwoben und verwachsen! Manche dieser Weisen kennt Ihr wohl auch schon, und Ihr habt in ihr Ausdruck und Wiedergabe gefunden von Seelenspannungen, die uns bis in das Allerheiligste unserer wir haben es nachgerade erfahren! andersgearteten Brust aufgewühlt und ergriffen hatten! ... Vieles ist Euch noch neu ich denke, Ihr werdet Euch auch mit ihm abfinden können, wenigstens bis an die Schwelle heran, die nun einmal auch die treuesten, rückhaltlosesten Herzgenossenschaften zu nur bedingten macht ...

  • av Gustave Le Rouge
    460

    Le Mystérieux Docteur Cornélius est un roman d'aventures affilié au merveilleux scientifique de l'écrivain français Gustave Le Rouge publié initialement en dix-huit fascicules entre 1912 et 1913.Ce roman narre les aventures du docteur Cornélius Kramm, « sculpteur de chair humaine » et inventeur de la « carnoplastie » qui consiste à remodeler l'apparence de quiconque grâce à la chirurgie.IntrigueDeux frères, Cornélius et Fritz Kramm, sont à la tête d'une organisation criminelle internationale appelé la « Main Rouge ». Tandis que Fritz est un homme d'action et dirige la Main Rouge d'une main de fer, Cornélius est un brillant scientifique, mais amoral et comploteur, capable de modifier l'apparence des gens grâce à la science de la « carnoplastie ». À travers de nombreuses aventures, les deux hommes cherchent à étendre leur empire et leur richesse.Texte intégral. Cet ouvrage s¿inscrit dans un projet de sauvegarde et de valorisation de bibliothèques et de fonds patrimoniaux anciens, rares ou oubliés, appartenant à la littérature des 19e et 20e siècles. Une collection de grands classiques, d¿écrits pour le théâtre, de poésie, mais aussi des livres d¿histoire, de philosophie ou d¿économie, de récits de voyage ou de livres pour la jeunesse à re-découvrir via les librairies en ligne ou à lire sur papier avec une mise en page étudiée pour favoriser le confort de lecture.

  • av Eugene Labiche
    289,-

  • av Ernst Elias Niebergall
    289,-

    Ach, ich wohlt, ich wer doht! Die Taß do hot jo en Sprung! Betrachtet sie. Die hot mer der Kall emol zum Bräsent gemacht un jetz den Sprung, grood dorch die Lieb un Freindschaft: des baßt. Sieht durch's Fenster. Ach, do geht er jo! Un der Datterich hot- en am A(r)m; wos der Kujon for e Poor varissene Stiewel ohhott, un der Kall scheemt sich net un geht mitem: sei Rock is voller Fissel, wo er sonst immer so brobher wor. Er guckt net emol eruf! Des hot er sonst immer gedah! des Gewisse werd-en dricke. Da, jetz sinn se um die Eck: Der fihrt-en gewiß in's Werthshaus! Halb weinend. Ach! Sie spühlt wieder an den Tassen. Es zerbricht eine. Die wehr vabroche! Meintwäje, es is jo nor e Taß un spihrt nix: awwer Kall, Kall! du host mer mei Herz vabroche, des spihrt's!

  • av Ludwig Borne
    228,-

    Auf das bürgerliche Leben endlich, in welchem die verschiedenen Kräfte der menschlichen Natur sich vermählen und fruchtbar werden, wird unser Blick und Sinn, wie die Zeit selbst es tut, am häufigsten gerichtet sein. Hätten die, welche alle Macht besaßen, die Befriedigung eines natürlichen Triebes nicht so lange verwehrt, dann wäre dieser gesunde Trieb nie in eine krankhafte Sucht ausgeartet. So mögen sie denn ihre unbeschreibliche Angst als Strafe ihres Vergehens in Demut tragen.Nämlich: Narren von Philosophen hatten das Menschengeschöpf ganz drollig in ein dreistöckiges Haus abgeteilt und Staatsbaumeister diesen willkommenen Plan schnell und schadenfroh ausgeführt. Unten solle das Vieh wohnen, über ihm der Mensch, nächst dem Dache der Bürger. Diese verschiedenen Bewohner Eines Hauses lebten lange in stiller Feindschaft und offnem Hader. Wenn das Erdgeschoß knurrte und biß, ließ der Fromme über ihm sich in Sittenpredigten vernehmen, und die Memme im dritten Stocke versteckte sich und keifte aus ihrem Schlupfwinkel hervor. Die schlaue, immer wache und lauernde Zwingherrschaft benutzte diesen Streit, um jeden allein nach seiner Art zu bändigen, was nie gelungen wäre, wären die Hausbewohner einig geblieben. Dem Tiere gab sie zu essen oder machte es durch Hunger zahm; den Menschen umhüllte sie mit den Wolken des Aberglaubens, diese für den Himmel erklärend; den Bürger schreckte sie. So regierte man jahrhundertelang die Menge nach Willkür, bloß weil jeder einzelne Mensch mit sich selbst zerfallen war. Da geschah es zu unserer Zeit, daß unter dem Dache jenes Hauses Feuer ausbrach und dessen Erdgeschoß durch Überschwemmungen litt. Die Zerstörung[en] des Gebäudes unten und oben nötigten nun das Tier und den Bürger, zum Menschen ihre Zuflucht zu nehmen, und seitdem wohnen sie zum Ärger der Bösen friedlich in einer Stube beisammen.

  • av Christian Furchtegott Gellert
    228,-

    Mein Vetter, der auch ein Landedelmann war, doch in seiner Jugend studiert hatte, nahm mich nach meines Vaters Tode zu sich auf sein Landgut und erzog mich bis in mein sechzehntes Jahr. Ich habe die Worte nicht vergessen können, die er einmal zu seiner Gemahlin sagte, als sie ihn fragte, wie er es künftig mit meiner Erziehung wollte gehalten wissen. »Vormittags«, fing er an, »soll das Fräulein als ein Mann und nachmittags als eine Frau erzogen werden.« Meine Muhme hatte mich sehr lieb, zumal weil sie keine Tochter hatte, und sie sah es gar nicht gern, daß ich, wie ihre jungen Herren, die Sprachen und andere Pedantereien, wie sie zu reden pflegte, erlernen sollte. Sie hätte mich dieser Mühe gern überhoben; allein ihr Gemahl wollte nicht. »Fürchten Sie sich nicht«, sprach er zu ihr, »das Fräulein lernt gewiß nicht zuviel. Sie soll nur klug und gar nicht gelehrt werden. Reich ist sie nicht, also wird sie niemand als ein vernünftiger Mann nehmen. Und wenn sie diesem gefallen und das Leben leicht machen helfen soll, so muß sie klug, gesittet und geschickt werden.« Dieser rechtschaffene Mann hat keine Kosten an mir gesparet; und ich würde gewiß noch etliche Jahre eher vernünftig geworden sein, wenn seine Frau einige Jahre eher gestorben wäre. Sie hat mich zwar in Wirtschaftssachen gar nicht unwissend gelassen; allein sie setzte mir zu gleicher Zeit eine Liebe zu einer solchen Galanterie in den Kopf, bei der man sehr glücklich eine stolze Närrin werden kann.

  • av Ludwig Borne
    289,-

    Freunde und Gleichgesinnte machen mir oft Vorwürfe, daß ich so wenig schreibe, für das taubstumme Vaterland so selten das Wort ergreife. Ach! sie glauben, ich schriebe wie die andern, mit Dinte und Worten; aber ich schreibe nicht wie die andern, ich schreibe mit dem Blute meines Herzens und dem Safte meiner Nerven, und ich habe nicht immer den Mut, mir selbst Qual anzutun, und nicht die Kraft, es lange zu ertragen

  • av Gerdt von Bassewitz
    228 - 289,-

  • av Rudolf Georg Binding
    228,-

    An einem Samstagnachmittag im November hatten die Englein nichts zu tun und die himmlische Musik, die jeden Vor- und Nachmittag spielte, mußte sich ohne die Unterstützung behelfen welche sie ihr sonst durch ihren Gesang zu leisten hatten. Und das kam so. Am verflossenen Sonntag während der großen Himmelsandacht hatte der Herrgott zu bemerken geglaubt daß die Engelchöre nicht so frisch klangen wie er es sonst zu hören gewohnt war, ja daß kleine Rauhigkeiten die himmlische Harmonie störten auf deren ungeschmälerte Reinheit er sehr sah. Er ließ sich daher nach der Andacht den Kapellmeister und den Gesanglehrer kommen und stellte sie ziemlich verdrießlich über seine Wahrnehmungen unter dem Hinweis zur Rede, er könne nach einer arbeitsreichen Woche wohl verlangen daß ihm am Sonntag in der Himmelskirche eine anständige Musik vorgemacht würde. Das aber was er heute da hätte zu hören bekommen, erinnere ihn eher an üble irdische Katzenmusiken, die er nicht allzusehr liebe, als an eine Symphonia coelestis wie sie einzig hier am Platze sei. Der Kapellmeister, dem der Gesanglehrer durch Haftung und Gesichtsausdruck stumm beizupflichten sich bemühte, erklärte dem lieben Gott hierauf, daß er seine Wahrnehmungen nicht bestreiten könne; er müsse für die beobachteten Mißstimmigkeiten die Engel verantwortlich machen, von denen sich einige Schreihälse im Übereifer ganz heiser geschrien hätten und dadurch die Klangschönheit des Ganzen, wenn auch nur wenig, so doch für Gottes Ohr wohl vernehmlich beeinträchtigten. Der Herr hatte darauf befohlen daß Maßregeln getroffen würden, die solche Vorkommnisse für die Zukunft unmöglich machten, und die himmlische Vorsehung, welche für diese Dinge die zuständige Stelle war, erließ daraufhin eine Verordnung, wonach nicht nur den Engeln das Singen an Samstagnachmittagen überhaupt verboten sondern ihnen auch noch ans Herz gelegt wurde, sich nicht durch unnötiges Springen und Tollen zu erhitzen, Schreien und Zanken zu unterlassen und ihre Stimme für den großen Himmelskirchgesang am Sonntag möglichst zu schonen. Denn der Herrgott ging, weil er es nicht nötig hatte, nur Sonntags in die Kirche, im Gegensatz zu allen anderen Himmelsbewohnern, insbesondere den Heiligen, die schon aus alter lieber Gewohnheit in die Kirche gingen, und den vielen armen Sündern die, seit der Heiland die Auferstehung in der Welt eingeführt hatte, den Himmel bevölkerten und den Kirchenbesuch recht nötig hatten.

  • av Wilhelm Hauf
    289,-

    Ali Banu hatte ein herrliches Haus auf dem schönsten Platz von Alessandria; vor dem Hause war eine weite Terrasse mit Marmor ummauert, beschattet von Palmbäumen; dort saß er oft abends und rauchte seine Wasserpfeife. In ehrerbietiger Entfernung harrten dann zwölf reichgekleidete Sklaven seines Winkes, der eine trug seinen Betel, der andere hielt seinen Sonnenschirm, ein dritter hatte Gefäße von gediegenem Golde mit köstlichem Sorbet angefüllt, ein vierter trug einen Wedel von Pfauenfedern, um die Fliegen aus der Nähe des Herrn zu verscheuchen, andere waren Sänger und trugen Lauten und Blasinstrumente, um ihn zu ergötzen mit Musik, wenn er es verlangte, und der gelehrteste von allen trug mehrere Rollen, um ihm vorzulesen.

  • av Odon von Horvath
    228,-

    Während ich schreibe, höre ich draußen das Meer. Denn mein Haus steht am Ufer. Und das Meer will über das Ufer, es brandet und braust wie im Märchen. Mit neuen und neuen Wellen. Immer wieder, immer wieder. Es rauscht und braust und brandet immer wieder eine Welle. Sie kommen aus der Ferne, wo der Horizont eine Linie ist. Gestern war ein Sturm. Ich hab oft hingesehen, aber kein Ende entdeckt.

  • av Marc Aurel
    228,-

    1. Von meinem Großvater [Verus] weiß ich, was edle Sitten sind und was es heißt: frei sein von Zorn.2. Der Ruf und das Andenken, in welchem mein Vater steht, predigen mir Bescheidenheit und männliches Wesen.3. Der Mutter Werk ist es, wenn ich gottesfürchtig und mitteilsam bin; wenn ich nicht nur schlechte Taten, sondern auch schlechte Gedanken fliehe; auch daß ich einfach lebe und nicht prunke wie reiche Leute.4. Mein Urgroßvater litt nicht, daß ich die öffentliche Schule besuchte, sorgte aber dafür, daß ich zu Hause von tüchtigen Lehrern unterrichtet wurde, und überzeugte mich, daß man zu solchem Zweck nicht sparen dürfe.5. Mein Erzieher gab nicht zu, daß ich mich an den Wettfahrten beteiligte, weder in Grün noch in Blau, auch nicht, daß ich Ring- und Fechterkünste trieb. Er lehrte mich Mühen ertragen, wenig bedürfen, selbst Hand anlegen, mich wenig kümmern um anderer Leute Angelegenheiten und einen Widerwillen haben gegen jede Ohrenbläserei.6. Diognet bewahrte mich vor allen unnützen Beschäftigungen; vor dem Glauben an das, was Wundertäter und Gaukler von Zauberformeln, vom Geisterbannen usw. lehrten; davor, daß ich Wachteln hielt, und vor andern solchen Liebhabereien. Er lehrte mich ein freies Wort vertragen; gewöhnte mich an philosophische Studien, schickte mich zuerst zu Bacchius, dann zu Tandasis und Marcian, ließ mich schon als Knabe Dialoge verfassen und gab mir Geschmack an dem einfachen, mit einem Fell bedeckten Feldbett, wie es bei den Lehrern der griechischen Schule im Gebrauch ist.7. Dem Rusticus verdanke ich, daß es mir einfiel, in sittlicher Hinsicht für mich zu sorgen und an meiner Veredlung zu arbeiten; daß ich frei blieb von dem Ehrgeiz der Sophisten; daß ich nicht Abhandlungen schrieb über abstrakte Dinge, noch Reden hielt zum Zweck der Erbauung, noch prunkend mich als einen streng und wohlgesinnten jungen Mann darstellte, und daß ich von rhetorischen, poetischen und stilistischen Studien abstand; daß ich zu Hause nicht im Staatskleid einherging oder sonst etwas derartiges tat, und daß die Briefe, die ich schrieb, einfach waren, so einfach und schmucklos, wie er selbst einen an meine Mutter von Sinuessa aus schrieb. Ihm habe ich¿s auch zu danken, wenn ich mit denen, die mich gekränkt oder sonst sich gegen mich vergangen haben, leicht zu versöhnen bin, sobald sie nur selbst schnell bereit sind, entgegenzukommen. Auch lehrte er mich, was ich las, genau zu lesen und mich nicht mit einer oberflächlichen Kenntnis zu begnügen, auch nicht gleich beizustimmen dem, was oberflächliche Beurteiler sagen. Endlich war er¿s auch, der mich mit den Schriften Epiktets bekannt machte, die er mir aus freien Stücken mitteilte.

  • av Wilhelm Busch
    228,-

    Kinder, in ihrer Einfalt, fragen immer und immer: Warum? Der Verständige tut das nicht mehr; denn jedes Warum, das weiß er längst, ist nur der Zipfel eines Fadens, der in den dicken Knäuel der Unendlichkeit ausläuft, mit dem keiner recht fertig wird, er mag wickeln und haspeln, so viel er nur will.Vor Jahren freilich, als ich eben den kleinen Ausflug machte, von dem weiter unten berichtet wird, da dacht ich auch noch oft darüber nach, warum grad mir, einem so netten und vorzüglichen Menschen, das alles passieren mußte. Jetzt sitz ich da in sanfter Gelassenheit und flöte still vor mich hin, indem ich kurzweg annehme: Was im Kongreß aller Dinge beschlossen ist, das wird ja wohl auch zweckgemäß und heilsam sein.Mein Name ist Peter. Ich bin geboren anno dazumal, als man die Fräuleins Mamsellchen nannte und die Gänse noch Adelheid hießen, auf einem einsamen Bauerngehöft, gleich links von der Welt und dann rechts um die Ecke, nicht weit von der guten Stadt Geckelbeck, wo sie alles am besten wissen.Daselbst in der Nähe liegt auch der unergründliche Grummelsee, in dem bekanntlich der Muddebutz, der langgeschwänzte, sein tückisches Wesen treibt. Frau Paddeke, die alte zuverlässige Botenfrau, hat ihn selbst mal gesehn, wie er den Kopf aus dem Wasser steckte; und scharf und listig hat er sie angeschaut, mit der überlegenen Ruhe und Kaltblütigkeit eines vieltausendjährigen Satans.

  • av Honore de Balzac
    228,-

    Wer als ernsthafter Betrachter die Kunstausstellungen, die nach der Revolution von 1830 stattfanden, besucht hat, wird sich beim Anschauen der endlosen, ueberhaeuften Galerien kaum eines Gefuehls des Unbehagens und der Langeweile, vielleicht sogar der Trauer haben erwehren koennen. Seit 1830 gibt es keinen "Salon" mehr. Der Louvre ist ein zweites Mal erstuermt worden durch die Kuenstler; und sie haben es verstanden, sich dort zu behaupten. Die Zulassung zum "Salon" bedeutete ehemals fuer den kleinen Kreis, der in Frage kam, bereits eine hohe Auszeichnung, und ueber die bedeutendsten der etwa zweihundert Bilder, die ausgewaehlt worden, entspann sich beim Publikum und bei der Kritik ein leidenschaftlicher Widerstreit der Meinungen. Die Ueberfuelle der Gemaelde, vor die sich heute der Besucher gestellt sieht, erschoepft seine Aufmerksamkeit, und die Ausstellung wird geschlossen, bevor er aus der Menge das wenige Gute ausfindig gemacht hat. Statt eines Ritterspiels haben wir einen Volksjahrmarkt, statt eines kuenstlerischen Ereignisses ein lautes Warenhaus, statt sorgfaeltiger Auslesealles. Was ist die Folge? In der Menge verliert sich das Genie. Der Katalog ist zu einem dicken Buch angewachsen, in dem mancher Name auch dadurch nicht bekannter wird, dass zehn oder zwoelf ausgestellte Bilder dahinter aufgefuehrt sind. Unter allen aber am unbekanntesten ist vielleicht derjenige des Malers Pierre Grassou aus Fougeres, den man in der Kuenstlerwelt einfach Fougeres nennt.

  • av Waldemar Bonsels
    289,-

    Die ältere Bienendame, die der kleinen Biene Maja behilflich war, als sie zum Leben erwachte und aus ihrer Zelle schlüpfte, hieß Kassandra und hatte großes Ansehen im Stock. Es waren damals sehr aufgeregte Tage, weil im Volk der Bienen eine Empörung ausgebrochen war, die die Königin nicht unterdrücken konnte.Während die erfahrene Kassandra der kleinen Maja, deren Erlebnisse ich erzählen werde, die großen blanken Augen trocknete und ihr die zarten Flügel etwas in Ordnung zu bringen suchte, brummte der große Bienenstock bedrohlich, und die kleine Maja fand es sehr warm und sagte es ihrer Begleiterin.Kassandra sah sich besorgt um, aber sie antwortete der Kleinen nicht gleich. Sie wunderte sich darüber, daß das Kind schon so früh etwas auszusetzen fand, aber im Grunde war es richtig, die Wärme und das Gedränge waren beinahe unerträglich. Maja sah ununterbrochen Biene auf Biene an sich vorübereilen, das Geschiebe und die Eile waren so groß, daß zuweilen die eine über die andere fortkletterte und wieder andere sich wie zu Klumpen geballt vorüberwälzten.Einmal war die Königin in ihrer Nähe gewesen. Kassandra und Maja wurden etwas beiseitegedrängt, aber eine Drohne, ein freundlicher junger Bienenherr von gepflegtem Aussehen, war ihnen behilflich. Er nickte Maja zu und strich sich etwas erregt mit dem Vorderbein, das bei den Bienen als Arm und Hand gebraucht wird, über seine glänzenden Brusthaare.¿Das Unheil wird hereinbrechen¿, sagte er zu Kassandra. ¿Der Schwarm der Revolutionäre wird die Stadt verlassen. Sie haben schon eine neue Königin ausgerufen.¿Kassandra beachtete ihn fast gar nicht. Sie hatte sich nicht einmal für die Hilfe bedankt, und Maja empfand deutlich, daß die alte Dame recht unfreundlich gegen den jungen Herrn war. Sie wagte nicht recht zu fragen, die Eindrücke kamen alle so rasch hintereinander und drohten sie zu überwältigen. Die Erregung teilte sich ihr mit, und sie begann ein feines helles Summen.

  • av Therese Huber
    289,-

    Die Erzählung ist, fast ohne Ausnahme, das Werk der Heldinn selbst, und entstand folgendermaßen. Ein sehr achtungswürdiger Arzt, den sie über den fast hofnungslosen Zustand ihrer Gesundheit um Rath fragte, mochte durch seine lange Erfahrung belehrt worden seyn, daß bei gebildeteren empfänglicheren Menschen dem Körper nicht aufzuhelfen ist, wenn der Seele nicht zugleich auch freundlich die Hand geboten wird; und dazu glaubte er das Mittel gefunden zu haben, indem er ihr anrieth, die Geschichte ihrer Leiden und ihres Unglücks aufzuzeichnen. Da es ihrer Fantasie unmöglich war, sich von den schwarzen Bildern ihrer Vergangenheit zu trennen, so glaubte er solche wenigstens in gewisse Schranken bannen zu können, wenn sie mit dem Verstande zugleich angestrengt würde, aus ihren schwankenden Vorstellungen ein wirkliches und zusammenhängendes Ganzes zu bilden. Er glaubte vielleicht, daß Luise ihr Schicksal für erträglicher, ihre Wunden für weniger unheilbar ansehen würde, wenn sie sich selbst eine ungeheuchelte Rechenschaft, von allem was sie betroffen hätte, ablegte.

  • av Martin Opitz
    228,-

    Was bißanhero von einem vnnd dem andern, auch vornemen Leuten, zum offteren an mich ist begehret worden, das ich nemlich von vnserer Deutschen Poeterey, derselben art vnd zuegehör, etwas richtiges auffsetzen möchte, habe ich vorwichene tage zue wercke gebracht. Zwar erstlich, solchem ehrlichen begehren wie billich zue verhengen: nachmals aber, die jenigen vor derer augen diese vorneme wissenschafft ein grewel ist zue wiederlegen, vnd die, so sie als ein leichte ding vor handen zue nemen vnbedacht sich vnterstehen, ab zue halten, die gelehrten aber vnd von natur hierzue geartete gemüter auff zue wecken, mir, der ich dißfals bey weitem nicht genung bin, die hand zue bitten, vnd den weg so ich allbereit vmb etwas eröffnet vollendts zu bähnen.

  • av Franziska Mann
    228,-

    Mutig ragt auf roter Heide eine Fichte in die Höhe. Mutig und einsam! Kein Nordwind konnte ihre Äste bisher verbiegen oder zerbrechen. Die leicht sich wiegenden Zweige bilden sich ein, daß sie immer aufwärts gestreckt von würzigen Wohlgerüchen umspielt sein werden. Ja, genau so hoffnungssicher ist diese Fichte, wie junge Menschen, die noch nichts von Wintersnot und Lebensschicksalen erfuhren.Durch die sonnige Stille klingt leises Krähen. Vergebens versuchen die frohen Äste sich abwärts zu neigen; denn gerade neben ihrem Stamm erhebt sich ein Stimmchen. Vogelsang, Sturmgebraus oder menschliches Lachen und Weinen vermögen sie nicht mit Sicherheit zu unterscheiden.Über den Rand einer grob zusammengezimmerten Holzkiste, die hier verlassen stehen geblieben welches mag ihr früherer Inhalt gewesen sein? krallt sich ein rotes, winziges Fäustchen. Es kann nur einem Erdenbürger gehören, der noch nicht lange in der Welt Aufenthalt genommen hat.Kinderwagen kosten Geld, aber eine alte Holzkiste und starker Bindfaden sind leicht gefunden, und kleine Mädchen sind gern auch öfter mal Pferd oder Kutscher. AnnGret hat zuerst fein behutsam gezogen. Nur Trin und Dortchen hätten nicht kommen dürfen. Im Staube liegt die Leine.

  • av Johannes Schlaf
    228,-

    Dies ist die dritte Auflage, die mein »Dingsda«-Büchlein erlebt. Sie mag bekunden, daß es im Laufe der Jahre seine Wirkung getan hat und daß es noch immer munter weiterlebt. Im stillen hat es gewirkt. Aber das entspricht seiner Art. Doch eindringlich. Schon oft wurde darauf aufmerksam gemacht, wie man an mehr als einer Stelle auch den Spuren seiner Einwirkung auf die Entwicklung unserer neuesten deutschen Novellistik seit zwanzig Jahren begegnen kann. Doch lieber als das ist mir der Umstand, daß es nach wie vor seine unmittelbar lebendige Wirkung auf den Leser übt. Daß es mit der Sonne, dem freundlichen Stilleben und Einleben in die schlichten Freuden, mit denen die Natur gütig unsere Herzen heilt, auch anderen wohltut; daß es im Laufe der Jahre immer neue Freunde gewonnen hat; abseits von all den anderen, lauteren, aber oft auch wohl vergänglicheren Erfolgen unseres literarischen Lebens ... Ich habe dieser neuen Auflage nichts hinzugetan und nichts genommen. Das Büchlein hatte damals eine ganz bestimmte Notwendigkeit seines Entstehens. Es ist ein aus sich selbst gewordenes Stück Leben und Seele. Das erfordert auch die Pietät seines »Schöpfers«. Da darf nichts verändert und beschnitten werden. Das ist in solchen Fällen nichts als Verschlimmbesserung ... Möge diese schöne Bücherei meine stille »Dingsda«-Welt von damals noch recht vielen Freunden ans Herz tragen! ... Weimar, Sommer 1912.

  • av Gotthold Ephraim Lessing
    228,-

    ch bin äußerst beschämt. ¿ Ja, Emilia, ich verdiene diesen stummen Vorwurf. ¿ Mein Betragen diesen Morgen, ist nicht zu rechtfertigen; ¿ zu entschuldigen höchstens. Verzeihen Sie meiner Schwachheit. Ich hätte Sie mit keinem Geständnisse beunruhigen sollen, von dem ich keinen Vorteil zu erwarten habe. Auch ward ich durch die sprachlose Bestürzung, mit der Sie es anhörten, oder vielmehr nicht anhörten, genugsam bestraft. ¿ Und könnt' ich schon diesen Zufall, der mir nochmals, ehe alle meine Hoffnung auf ewig verschwindet, ¿ mir nochmals das Glück Sie zu sehen und zu sprechen verschafft; könnt' ich schon diesen Zufall für den Wink eines günstigen Glückes erklären, ¿ für den wunderbarsten Aufschub meiner endlichen Verurteilung erklären, um nochmals um Gnade flehen zu dürfen: so will ich doch ¿ Beben Sie nicht, mein Fräulein ¿ einzig und allein von Ihrem Blicke abhangen. Kein Wort, kein Seufzer, soll Sie beleidigen. ¿ Nur kränke mich nicht Ihr Mißtrauen. Nur zweifeln Sie keinen Augenblick an der unumschränktesten Gewalt, die Sie über mich haben. Nur falle Ihnen nie bei, daß Sie eines andern Schutzes gegen mich bedürfen. ¿ Und nun kommen Sie, mein Fräulein, ¿ kommen Sie, wo Entzückungen auf Sie warten, die Sie mehr billigen. Er führt sie, nicht ohne Sträuben, ab. Folgen Sie uns, Marinelli. ¿

  • av Friedrich Hebbel
    289,-

    Dem Dichter ist es an- und eingeboren, Daß er sich lange in sich selbst versenkt, Und, in das innre Labyrinth verloren, Des äußeren der Welt erst spät gedenkt; Und dennoch hat ihn die Natur erkoren, Zu zeigen, wie sich dies mit dem verschränkt, Und es in klarem Bilde darzustellen, Wie beide sich ergänzen und erhellen. Denn nicht, wie wohl ein irdscher Künstler, spielend, Wenn er zurück von seiner Tafel trat, Dem Lieblingskind, das, lüstern darnach schielend, Schon längst ihn still um seinen Griffel bat, Ihn freundlich darreicht, auf nichts andres zielend, Als daß es, träumend von gewaltger Tat, Sein Meisterstück in toten, groben Zügen Nachbilde, wie es kann, sich zu vergnügen; Nur, weil sie selbst, ins einzelste zerfließend, Sich endlich auch doch konzentrieren muß, Und, in dem Teil als Ganzes sich genießend, Den Anfang wieder finden in dem Schluß, Der, sich mit der Idee zusammenschließend, Ihr erst verschafft den höchsten Selbstgenuß, Den alle untern Stufen ihr verneinen: Rein, ganz und unverworren zu erscheinen;

  • av Heinrich Doring
    289,-

    Christoph Martin Wieland erblickte in dem unfern der ehemaligen freien Reichsstadt Biberach gelegenen Dorfe Ober-Holzheim am 5. September 1733 das Licht der Welt. Sein Vater, Matthias, der dort eine Pfarrstelle bekleidete, doch bald nachher Prediger an der Marien-Magdalenenkirche zu Biberach ward, hatte die Jurisprudenz, der er sich anfangs gewidmet, später in Halle mit dem Studium der Theologie vertauscht. Er war ein eifriger Anhänger Spener's und des damals weit verbreiteten Pietismus geworden. Vorherrschend blieb in seinem Benehmen immer eine gewisse Abgemessenheit, ein feierlicher Ernst, den er von der priesterlichen Würde für unzertrennlich hielt. Seine Liebe zur Einsamkeit hatte zum Theil in seinen beschränkten Verhältnissen ihren Grund. Durch langwierige Processe seiner Mutter hatte er sein kleines Erbtheil fast ganz eingebüßt. Mit gleicher Resignation, wie er, ertrug seine Gattin, eine geborne Kieke, die mannigfachen Entbehrungen, die ihres Mannes Lage zu fordern schien. Sie war eine stille, anspruchslose Hausfrau, die jede überflüssige Ausgabe zu vermeiden suchte. Mit inniger Liebe hing sie an ihrem Sohne, und diese Liebe verminderte sich nicht, als ihm noch ein Bruder geboren ward, der schon früh an Engbrüstigkeit litt, und bereits im Jünglingsalter starb.

  • av Emma Vely
    228,-

    Frühlingszeit! Die Sonne schimmert durch das Fichtengrün.Eine schlanke Dirne ist schon eine Strecke weit durch das Wäldchen am Hügel gewandert. Die leichte Last, ein verdeckter Korb, den sie auf dem Kopfe trägt, nimmt ihr nicht den Atem; so kommt ihr, sie weiß eigentlich selber nicht warum, die Lust zu singen an: »Es soll kein andrer sein, Der mich soll nehmen ein, Als du, o schönes Kind! Dir bleib i treu!« Da stockt sie aber schon wieder, um sich nach den Frühlingsblumen zu bücken. Während sie sich langsam niederbeugt, damit ihr Korb nicht ins Wanken gerät, hebt eine Männerstimme an; »Stoß mir das Heiz entzwei, Wenn eine falsche Treu' Oder nur falsche Lieb' Bei mir verspürst!« Dunkelrot läuft's über die Wangen des Mädchens. Der Gesang hat ganz hübsch geklungen; aber es ist ein Vers aus demselben Liede, das sie begonnen hat, und sie so zu unterbrechen, erscheint ihr eine arge Keckheit. Sie springt so rasch auf, daß sie mit beiden Händen ihre Last vor dem Herabstürzen bewahren muß, ¿ nein, die Freude, daß sie erschreckt worden ist, soll der dreiste Geselle nicht auch noch haben.

  • av Heinrich Heine
    289,-

    Laß bluten deine Wunden, laß Die Tränen fließen unaufhaltsam Geheime Wollust schwelgt im Schmerz, Und Weinen ist ein süßer Balsam. Verwundet dich nicht fremde Hand, So mußt du selber dich verletzen; Auch danke hübsch dem lieben Gott, Wenn Zähren deine Wangen netzen. Des Tages Lärm verhallt, es steigt Die Nacht herab mit langen Flören. In ihrem Schoße wird kein Schelm, Kein Tölpel deine Ruhe stören.Hier bist du sicher vor Musik, Vor des Pianofortes Folter, Und vor der großen Oper Pracht Und schrecklichem Bravourgepolter. Hier wirst du nicht verfolgt, geplagt Vom eitlen Virtuosenpacke Und vom Genie Giacomos Und seiner Weltberühmtheitsclaque. O Grab, du bist das Paradies Für pöbelscheue, zarte Ohren ¿ Der Tod ist gut, doch besser wär's, Die Mutter hätt uns nie geboren.

  • av Johann Elias Schlegel
    228,-

    Mein Geist, der noch zurück auf diese Länder sieht, Die vormals mich geliebt, die sonst durch mich geblüht; Den, da die Zeit von mir die Asche selbst zerstreuet, Noch stets der Völker Glück, die ich regiert, erfreuet; Mein Geist erblickt vergnügt, aufmerksam, hoffnungsvoll Dich, Friedrich, auf dem Thron, der durch dich prangen soll. Ich weide mich an dir, und such in deinen Werken. Dein Anfang läßt mich schon Fleiß, Recht und Güte merken. Entzückt schließ ich daraus mit iedem Unterthan, Daß man aufs künftige schon mehr als hoffen kann: Aus Gründen schließ ich es, aus Zeichen, die nicht trügen. Ist es nicht wahr? du fühlst das göttliche Vergnügen, Das niemand als ein Geist, der edel denkt, genießt, Das sich durch Wohlthun nährt, und aus dem Wohlthun fließt? Du fühlst, wie schön es sey, für frohe Völker wachen, Ein ganzes Reich erfreun, und Herzen glücklich machen, Mit ernster Weisheit sich der Menschenliebe weyhn, Ihr Vater, Sorger, Freund und auch ihr Beyspiel seyn, Und treibt ein strenger Zwang das Rachschwerdt nicht zum Kriegen, Durch seiner Länder Flor bloß über andre siegen? Dieß war, als ich gelebt, die Freude meiner Brust, Sprich, Friedrich, fühlst du nicht in dir itzt gleiche Lust? Du fühlst sie, ja! genug. Du wirst unsterblich werden.

  • av Georg Wickram
    289,-

    Es habend sich, günstiger weiser herr, die alten fast in iren gedichten beflissen, das dieselbigen nit so gar on nutz und fruchtbarkeit der jugend fürzuspieglen gewesen, sunder die jugend sunderlich von üblem und laster abzogen, darneben auch vilmalen zu der forcht unnd scham bewegt und getriben, welche stück warlich nit die geringsten tugenden an einem jungen mögen geacht werden. Dann auß forcht und scham erwachßet alle tugend in einem jungen; wa aber dise zwey liecht erloschen, do blibt wenig guter sitten in alten und jungen, und ist auch nichts auff der gantzen welt, so die zart jugend mehr von bößen sitten abzieht, dann eben das, so ein junger des anderen gefährlicheit erwegen und ermessen thut, nimpt im darbey ab, was auß loser, bößer geselschafft entspringet. Herwider ist auch den jungen angeboren von natur, wo anderst ein recht fundament ist, das sie gern, so sie recht und wol geschickt handlen, gelobt seind; sie nemen auch fleißig war, so man andre jungen ir wolthat halben lobet, befleißen sich demnach des guten desto mehr. Man find aber leyder vil, so weder umb beyspil, loben noch schelten gar nichts geben, sunder auff ihrem gutdunckel also hinaußfaren, geben weder umb vatter, muter, leer und schulmeister gar nicht; und so die jetzund vatter und muter die gröst und höchst freud sein solten, geberen sie in das allerjämmerlichstes klagen und trauren.

  • av Rainer Maria Rilke
    289,-

    Jene Wirklichen, die ihrem Gleichen überall zu wachsen und zu wohnen gaben, fühlten an verwandten Zeichen Gleiche in den aufgelösten Reichen, die der Gott, mit triefenden Tritonen, überströmt bisweilen übersteigt; denn da hatte sich das Tier gezeigt: anders als die stumme, stumpfgemute Zucht der Fische, Blut von ihrem Blute, und von fern dem Menschlichen geneigt.Eine Schar kam, die sich überschlug, froh, als fühlte sie die Fluten glänzend: Warme, Zugetane, deren Zug wie mit Zuversicht die Fahrt bekränzend, leichtgebunden um den runden Bug wie um einer Vase Rumpf und Rundung, selig, sorglos, sicher vor Verwundung, aufgerichtet, hingerissen, rauschend und im Tauchen mit den Wellen tauschend die Trireme heiter weitertrug.Und der Schiffer nahm den neugewährten Freund in seine einsame Gefahr und ersann für ihn, für den Gefährten, dankbar eine Welt und hielt für wahr, daß er Töne liebte, Götter, Gärten und das tiefe, stille Sternenjahr.

  • av Ernst Georgy
    228,-

    »Mutta ¿ Mutta ¿« gellte es über den Hof. Der schrille Klang der hellen Kinderstimme lockte verschiedene Dienstmädchen ans Fenster. »Bachs Jöhre brüllt lauter wie die größte Trompete, ¿ was will sie denn nu schon wieder?« fragte eins der menschenfreundlichen Geschöpfe und sah nach der zweiten Etage empor, wo sich der glattgescheitelte Kopf von Frau Bach mit halb lachendem, halb wütendem Ausdruck zeigte. »Lotte! Was willst du? Schrei' bloß nicht so, man denkt ja, dir ist was passiert!« rief die Mutter und schaute auf ihren hoffnungsvollen Sprößling herab. »Mädel, wie siehst du bloß wieder aus!« kam es ärgerlich hinterher, denn die spürenden Augen entdeckten sofort, daß die weiße Schürze schwarz geworden war, daß der dicke blonde Zopf sich aufgelöst hatte. Die starken Haarmassen hingen zerzaust um das frische, blühende Kindergesichtchen.

  • av Wilhelm Busch
    289,-

    Ganz unverhofft an einem Hügel Sind sich begegnet Fuchs und Igel. Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht! Kennst du des Königs Ordre nicht? Ist nicht der Friede längst verkündigt, Und weißt du nicht, daß jeder sündigt, Der immer noch gerüstet geht? Im Namen seiner Majestät Geh her und übergib dein Fell. Der Igel prach: Nur nicht so schnell. Laß dir erst deine Zähne brechen, Dann wollen wir uns weiter sprechen! Und allsogleich macht er sich rund, Schließt seinen dichten Stachelbund Und trotzt getrost der ganzen Welt Bewaffnet, doch als Friedensheld.

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