Norges billigste bøker

Minner

Her finner du spennende bøker om Minner. Nedenfor er et flott utvalg på over 6.042 bøker om emnet.
Vis mer
Filter
Filter
Sorter etterSorter Populære
  • av Alma Johanna Koenig
    228,-

    Wer jemals ¿ und sei es auch nur für kurze Stunden ¿ den Boden Algiers betreten hat, dem ist die mittägliche Einfahrt in den Hafen für immer unvergeßlich geblieben. Man kommt vom Norden her, im Februar oder März, wenn daheim der Schnee, zu schwarz zertretenem Brei geworden, auf durchhasteten Gassen liegt. Man hat die stürmische Oberfahrt hinter sich. Aber jetzt auf einmal, als gerate man in einen magischen Zauberkreis, wird es warm und hell, und die Luft wird leicht und die Sonne strahlt über dem glitzernden Wasser. Und plötzlich, wie Boten des Festlandes, des anderen Weltteiles da drüben, sind Möwen da, Hunderttausende von langflügeligen, kreisenden Vögeln, und durch ihr Schweben sieht man wie durch einen Silberschleier zwischen wildblauem Himmel und wildblauem Meer diese halbbogige Stadt ¿ »Alger la ville blanche!« Sie hat Cap-Matifou und Deux-Moulins vorgeschoben, als strecke sie dem Gast ihre weißen Arme entgegen. Sie ist so strahlend weiß, diese Stadt, daß wir geblendet blinzeln müssen. Aber dafür sind der Hafen, der Kai um so bunter an Farben. ¿Da sind die Mäste und Kamine von Tausenden von Schiffen, Südamerikadampfer, Holland-Indien- Dampfer, Millionärsjachten, Fischerboote, Segelboote, da sind Tausende von klatschenden Wimpeln und flatternden Flaggen. Sirenen brüllen dumpf wie Stiere, Lotsensprachrohre dröhnen, Krane knirschen, Ketten rasseln. Und droben am Kai drängen sich sommerlich bunte Frauen. Lastträger mit rotem Fez und gelben Turbantuchfetzen geben Farbflecken, weiße Tücher winken Willkomm, Kinderstimmen jauchzen, arabische Händler breiten tschechische Bettvorleger aus, um sie dem Fremden ¿ sowie er nur den Fuß an Land setzt ¿ als Sudanteppiche zu verkaufen. Und Palmen, von denen der Nordländer träumt, und Bougainvilleen, die ihre Blüten wie ausgehängten Bischofspurpur um alles Gemäuer ranken. Und weißbeburnuste Araber, so stolz wandelnd, als kämen sie geradewegs aus Tausendundeiner Nacht, und weißverhüllte Araberinnen mit rätseldunklen Augen über dem Schleier.

  • av Christian Weise
    289,-

    Alldieweil über Vermuthen hier etliche Blätter ledig verbleiben / so habe ich nur dieses erinnern wollen /daß man sich nicht ärgern dürfte / wenn der Historie dergleichen Umstände angedichtet werden / welche sich weder aus der Bibel / noch aus andern Büchern können beweisen lassen. Zum Exempel ich gebe es vor keine Warheit aus / ob Rahel einen andern Liebsten gehabt / ob sich Labans Kinder der Heyrath wiedersetzet / ob ein Engel mit einer solchen Bothschafft erschienen ist / u.d.g. Doch die Freyheit eines Gedichtes bringet es so mit / daß man das jenige nach Gefallen suppliret, welches bey dem Geschichtschreiber /als unnöthig ausgelassen worden. Denn die Action muß vollkommen seyn / und muß jhre Affecten, jhre Intrigven, und endlich jhren unverhofften Ausgang haben: Also / was möglich ist / und was ohne scheinbare Absurdität hätte darbey geschehen können / das mag man ungehindert einmischen / oder man müste solche Historien gar liegen lassen. Genung daß die rechte Begebenheit an sich selber keinen Abgang leidet / und daß verhoffentlich auch das geringste wird seyn behalten worden. Ein anders ist bey der nachfolgenden Tragoedie vom Masaniello geschehn: Den da haben sich so viel Historici darüber gemacht / daß auch die geringsten Minutiæ nicht vergessen worden /darbey man numehr sorgen müste / was man setzen oder auslassen solte. Allein dergleichen Exempel finden sich nicht allenthalben / und es bleibt darbey /wer sich in diesem Stück wil sehen lassen / der muß nach Anleitung des Griechischen Wörtgens poiein, das ist dichten / und aus nichts etwas machen können. Solte ins künfftige der verfolgte David aufgeführet werden / bey dem würden viel fremde Gedichte nicht von nöthen seyn / wie etwan bißhero der Jephtha / der Abraham / und anitzo der Jacob erfodert haben: Alldieweil auch diese Historie durch viel Capitel nach allen Umständen erzehlet wird. Immittelst verbleibe zu GOttes Gnaden Obhut / so dann auch zu einen geneigten Judicio über solche Zeit-vertreibenden Sachen gebührender massen befohlen.

  • av Josephine Siebe
    289,-

    Irgendwo im deutschen Land, lieblich von den Wellen eines Flusses umspült, liegt eine kleine Insel, die Rabeninsel genannt. Sie trägt ihren Namen nach den vielen, vielen Rabenkrähen, die auf ihren Bäumen horsten. So viele sind es, daß Baum an Baum mit Nestern besetzt ist und wenn die Vögel abends heimkehren, ist es, als zögen dunkle Wetterwolken daher. Die Luft is4 dann erfüllt von einem lauten Geschrei, die Menschen, die in der Nähe wohnen, beklagen sich wohl und meinen, es wären der Vögel zu viele auf der Insel. Sie wissen nichts davon, wie sehr den Krähen ihre Insel gefällt, denen ist sie ihr Königreich und den Ruhm dieser kleinen, grünen Insel verkünden die Vögel im Süden und Norden, in Ost und West. Voll Sehnsucht erzählen sie sich von dem schönen Eiland und preisen jene glücklich, denen die Insel Heimat ist. ¿

  • av Heinrich Heine
    368,-

    In Gemäldegalerien Siehst du oft das Bild des Manns, Der zum Kampfe wollte ziehen, Wohlbewehrt mit Schild und Lanz'. Doch ihn necken Amoretten, Rauben Lanze ihm und Schwert, Binden ihn mit Blumenketten, Wie er auch sich mürrisch wehrt. So, in holden Hindernissen, Wind ich mich in Lust und Leid, Während andre kämpfen müssen In dem großen Kampf der Zeit.

  • av Hans Christian Andersen
    368,-

    Hilfe suchend kam einmal eine Frau zu einer alten Hexe und fragte sie, ob sie ihr nicht ein kleines Mädchen verschaffen könnte.¿O ja, das soll nicht schwer halten!¿ sagte die Hexe. ¿Da hast du ein Gerstenkorn; das ist nicht etwa von der Art, wie es auf einem Bauernfelde wächst, oder womit die Hühner gefüttert werden. Lege es in einen Blumentopf, dann wirst du etwas zu sehen bekommen!¿¿Besten Dank!¿ sagte die Frau und gab der Hexe ein Geldstück, ging dann heim, pflanzte das Gerstenkorn, und sogleich wuchs eine große herrliche Blume hervor, die vollkommen einer Tulpe glich, aber die Blätter schlossen sich fest zusammen, als ob sie noch in der Knospe wären.¿Das ist eine schöne Blume!¿ sagte die Frau und küßte sie auf die herrlichen roten und gelben Blätter, aber wie sie sie noch küßte, that die Blume einen großen Knall und öffnete sich. Es war, wie man nun sehen konnte, eine wirkliche Tulpe; aber mitten in der Blüte, auf dem grünen Blumengriffel, saß ein winzig kleines, blondlockiges Mädchen, fein und lieblich. Sie war nicht größer als ein Daumen, und deswegen wurde sie Däumelieschen genannt.

  • av Richard Nordhausen
    289,-

    Das Treffen war ebenso überraschend wie heiß und blutig gewesen. Aus der dicken Nebelwand, die überm Nordermeer lastete, als ob sie alle Sturmesschrecken der vergangenen Nacht verhüllen wollte, war plötzlich lautlos und gespenstisch die feindliche Kogge aufgetaucht. Fast hätten beide Schiffe einander gerammt. Hüben wie drüben standen die schattenhaft aus den Dunst auftauchenden Männer sekundenlang verblüfft, ehe sie zu den Waffen griffen. Dann aber hatte Harald blitzschnell seinen Entschluß gefaßt. Ein hochbordiges Kampfschiff, mit Wurfgeschützen gut ausgerüstet, ohne Wimpel und Erkennungszeichen! Seeräuber! Durch die gnadenreiche Fügung der heiligen Jungfrau ihm geradenwegs ins Netz gegangen! Seeräuber, die verrufenste Plage, die am wütendsten gehaßte Pest; Galgenvögel, die den nach England, Dänemark, Norweg segelnden Kauffahrern überall auflauerten, die Küstendörfer überfielen und verbrannten, von Jahr zu Jahr frecher wurden und selbst davor nicht mehr zurückscheuten, umwallte Städte anzugreifen. Seeräuber! Ihretwegen kreuzte Harald mit seinen Getreuen nun fast zwei Jahre lang auf der Flut, und manchen Mordgesellen hatte er an die Rahe knüpfen lassen. Hatte auch manchmal hart um den Sieg ringen, ja des öfteren zornknirschend von der übermächtigen Beute ablassen müssen ... Hell hallten seine Befehle über Deck. Die da drüben, das erkannte er auf den ersten Blick, waren keine Milchbärte und Zärtlinge, sondern aufs Äußerste gefaßt wie sie. Während des Butenspälers Bug von dem Fremden nicht mehr abließ und vom Oberdeck die Enterhaken niedersausten, schickten die Angegriffenen schon Pfeile aus den Armbrüsten her und brachten ihre auf dem Mitteldeck drohenden Bliden in Stellung. Aber Harald war schneller. Er als Erster auf dem Räuberschiff ¿ wie durfte da einer seiner wackeren zurückbleiben! Rasendes Gemetzel hob an, verzweifeltes Ringen; Siegs- und Todesgeschrei quoll aus dem grauen Dampf. Niemand konnte mehr als zwei Schritte vor sich sehen, doch den Feind sah jeder vor sich, den Feind witterten und trafen sie. Auf den von übergeflutetem Wasser und Blut glatten Planken wütete die Dämonenschlacht. Dann brüllte lauter das »Her, Her!« der Bardowiecker, wurden die Gegenrufe schwächer. Nach einer halben Stunde war alles vorüber. Alle Widersacher erschlagen! Nur zwei hatten sich überwältigen und binden lassen, zwei, deren Leben jetzt allerdings keinen Pfifferling mehr wert war.

  • av Heinrich Zschokke
    289,-

    Wie das Gras auf dem Felde duftet und verdorret zu seiner Zeit: so veraltern und verschwinden die Geschlechter der Menschen. Knaben spielen mit den Hirnschädeln ihrer Ahnen, und nach hundert Jahren tanzt ein neues Geschlecht über ihren Gräbern.Mit rüstiger Schwinge stürmen Jahrhunderte an Jahrhunderten unserm Erdstern vorbei. Wer hört ihr Sausen? wer mißt ihre Schnelle? Unter ihrem zerstörenden Flügelschlage fallen Gebürge und Maulwurfshügel, Pyramiden und Gräberkreuze; Strohhütten und Königsstädte vernichtet zusammen; die schönsten Geburten der Natur zerstieben und der fruchtbare Schoos dieser Allmutter gebiert aufs neue, um von neuem ihre Schöpfungen sterben zu sehn.Dies ist der alte, einförmige Lauf der Dinge während des gegenwärtigen Augenblicks und durch Jahrhunderte hinab und durch Jahrtausende.Auch das achtzehnte Jahrhundert war nun hineingegangen in den stillen Pallast der Vergangenheit; seines Gewandes Saum trof vom Blute der Edeln, die für und wider Barbarei und Menschheitswürde fochten. Eine Republik war untergesunken eine neue erstanden!Vier bis fünf Secula folgten, und waren gewesen; Könige und Kaiser hatten regiert, Bettler gebettelt, Schriftsteller sich müde geschrieben, und Vergessenheit war ihr Loos; denn die Nachkommen lassen sich so wenig, als ihre Vorfahren den schönen Wahn rauben, daß sie am besten regieren, betteln und schreiben.

  • av Wilhelm Hauff
    289,-

    Über Freilingen lag eine kalte, stürmische Novembernacht; der Wind rumorte durch die Straßen, als sei er allein hier Herr und Meister und eine löbliche Polizeiinspektion habe nichts über den Straßenlärm zu sagen. Dicke Tropfen schlugen an die Jalousien und mahnten die Freilinger, hinter den warmen Ofen sich zu setzen während des Höllenwetters, das draußen umzog. Nichtsdestoweniger war es sehr lebhaft auf den Straßen; Wagen von allen Ecken und Enden der Stadt rollten dem Marktplatz zu, aus welchem das Museum, von oben bis unten erleuchtet, sich ausdehnte.Es war Ball dort, als am Namensfest des Königs, das die Freilinger, wie sie sagten, aus purer Gewissenhaftigkeit nie ungefeiert vorbeiließen. Morgens waren die Milizen ausgerückt, hatten prächtige Kirchenparade gehalten und kümmerten sich in ihrem Patriotismus wenig darum, daß die Dragoner, welche als Garnison hier lagen, sie laut genug bekrittelten. Mittags war herrliches Diner gewesen, an welchem jedoch nur die Herren Anteil genommen und solange getrunken und getollt hatten, bis sie kaum mehr mit dem Umkleiden zum Ball fertig geworden waren.

  • av Theodor Fontane
    368,-

    Mein Vater Louis Henri Fontane, geb. am 24. März 1796, war der Sohn des Malers und Zeichenlehrers Pierre Barthélemy Fontane. Was dieser, mein Großvater, als Maler leistete, beschränkte sich vorwiegend auf Pastellkopien nach englischen Vorbildern, als Zeichenlehrer aber muß er tüchtig gewesen sein, denn er kam zu Beginn des neuen Jahrhunderts an den Hof und wurde mit dem Zeichenunterricht der ältesten königlichen Prinzen betraut. Dies leitete sein Glück ein. Königin Luise wohnte gelegentlich dem Unterrichte der Kinder bei und alsbald an dem gewandten und ein sehr gutes Französisch sprechenden Manne Gefallen findend, nahm sie denselben als Kabinettssekretär in ihren persönlichen Dienst. Vielleicht geschah es auch auf Vorschlag des um jene Zeit überaus einflußreichen Kabinettsrats Lombard, der dabei den Zweck verfolgen mochte, seine auf ein Bündnis mit Frankreich hinarbeitende Politik durch bei Hofe verkehrende Persönlichkeiten verstärkt zu sehen.

  • av Alexander Moszkowski
    228,-

    In diesem Geleitswort werde ich ausschließlich von mir selbst sprechen. Oder wenigstens vorwiegend. Ich bin in dieser Hinsicht zu Konzessionen bereit: Goethe soll auch darin vorkommen.Dieser anerkennenswerte Kollege hat einmal gesagt: »Nur die Lumpe sind bescheiden«. Aber selten ist ein Spruchkeim auf steinigeren Boden gefallen. Wo man sonst in der Kollegenschar umblickt, überall wuchert die von Goethe so grimmig bloßgestellte Bescheidenheit.Ganz besonders ducken sich die Schaffenden in den Vorreden zu ihren Schriften. Schreiben dicke, gediegene Bücher, und stellen sich davor mit dem Hut in der Hand, in der demütigen Haltung des Bittstellers. Und diese Tonart ¿ die reine Gnadenarie! »Ach, liebes Publikum, entschuldige nur, ich will's nicht wieder tun!« Und dann setzen sie auseinander, warum sie trotz alledem die verschämte Hoffnung hegen, ein paar Leser zu finden, die ihr bescheidenes Scherflein gnädig aufzunehmen die besondere Huld haben würden.

  • av Otto Ludwig
    289,-

    Ja, er sucht uns abzuschmeicheln, Was uns sein Vater noch nicht abgetrotzt. Herr, wenn aus andern Gründen auch, doch rat' ich Wie Simei, laß deinen Kummer fahren. Weintest du mit dem Weinenden nun das Begriff ich, doch du weinst um den, der lacht, Du weinst im Haus, das eine Hochzeit feiert. Du siehst im Geiste, Herr, ein ander Volk. Dies Volk sitzt nicht mehr unter Thränenweiden, Und Jeremias' Harfe, Herr, hat längst Schon keine Saiten mehr. Dies Volk ist nicht mehr Dem Volke Jesaias gleich; so abgegriffen Ist von den vielen Händen das Gepräg', Durch die es ging. Du seufzest nach dem Retter, Der Altes wiederbringen soll? Die Zeit Geht vorwärts; tot ist das Vergangene, Und Volk und Kinder greifen nach dem Neuen. Herr, ziehst hinauf du nach Jerusalem Daß dir's nicht geht wie mir! Ich stand verdutzt Rings griechische Gewänder! ist's auch noch Die alte Davidsstadt? und alt und jung Wie auf verdrehten Knien! Wie gottgesandt Kam mir da Joel, unser alter Gastfreund, Entgegen. Joel! rief ich; vor dem Ruf Erschrak der Mann und wich vor mir; ich nach, Und erst in einem kleinen Gäßchen nah Am Schafthor blieb er ganz verlegen stehn. »Ich bitte dich: nenn mich nicht Joel mehr, Denn Menelaus heiß ich jetzt, so wie Onias' jüngster Bruder. Freund, man merkt, Daß du vom Lande kommst; ich bitte dich: Sprich griechisch, oder laß mich gehn. Nennst du Verdrehtes Bein das angezogne Knie, Mit dem die Griechen ihre Götter bilden, Das so weit schöner ist als unser jüdisch Gemeines Stehn auf straffem Bein? Ja, Freund, Solch alter Vorurteile wie dies Stehn Aus straffen Beinen sind wir voll; das kommt Von unserm Eigensinn, mit dem wir uns Dem Strom der griech'schen Bildung abgeschlossen, Draus alles abgestorbne Völkertum Des Morgens neues Leben trinken muß. Doch Jason wird uns retten!« »Jason? Was Soll uns der Grieche?« fragt ich. »Nun beim Zeus!« Entgegnet er, »Modin liegt aus der Welt. Onias' Bruder ist's, des Hohenpriesters In der gestreckten Kniezeit hieß er Jakob Er ist's, der uns die Fechterschulen baut, Der uns zu Menschen machen wird, sobald Er an Onias' Stelle sitzt. Schon hat er Antiochus vierhundert Zentner Silbers Geboten, daß er ihn nicht hindern soll,Wenn er sich mit Onias' Krone krönt. Und schon ¿«

  • av Heinrich Zschokke
    289,-

  • av Hans Hoffmann
    289,-

    Denkwürdig war immerhin schon die Art, wie er seine Liebeserklärung endlich ablegte: er ging aus von der Nibelungenfrage. Für einen Eingeweihten lag eigentlich nichts besonders Auffallendes darin, und Fräulein Anna war eingeweiht; sie kannte den Feuereifer, mit dem er seine germanistischen Studien betrieb, und hatte auch, wenn nicht einen Begriff, so doch eine Ahnung von der Wichtigkeit derselben im Haushalt der Wissenschaft; darum vermochte sie es auch über sich, geduldig zuzuhören und auszuharren, bis er eine Durchfahrt zum Hauptthema fände. Denn sie wußte natürlich längst, wohin das Schifflein seiner Rede steuerte; schon die fürchterliche Feierlichkeit, die er zur Schau trug, als er sie zu dem gewöhnlichen Spaziergang abholte, mußte ihr ein Leuchtfeuerchen aufstecken. Und es scheint festzustehen, daß die Ueberraschung sie nicht überwältigte; ganz sicher ist, daß sie ihr nicht durchaus unangenehm war. ¿

  • av Hermann Stehr
    228,-

    »Es ist eben so, was nutzt das Arbeiten am Tage, wenn man sich den ganzen Abend in den Schenken herumdrückt? Abend! ¿ ha, ha! ¿ du hast zu Hause nie die Uhr elf schlagen hören. Der Teufel auch, wo läufst du hin mit der Nase auf dem Boden, wie ein Köter, der die Spur verloren hat? Was du suchst, das findest du freilich nicht mehr! Wer sein Geschäft durch die Gurgel . . . . . . Aber zum Schinder, rechts! ¿ Siehst du's nicht, hier die Chaussee, das ist der Wald, rechts und links die Ahorne, das ist der Graben ¿ doch den kennst du ja ¿ hm ¿ wenn's so fortgeht, wird's dein Ausgedinge!« Der Sprecher, ein mittelgroßer Mann mit braunem Vollbart und breitem Hut, blieb stehen, hielt die Hand über die Augen und sah dann in das Thal, das sanft zu seinen Füßen abfiel. Die Abensonne erglühte hinter den Bergen. Ihr goldenes Strahlenrad blitzte über den Rücken des nahen Gebirges herauf. Dies lag vor ihm, schon in das Dämmern des Abends gehüllt. Hier und da an seinem Abhange blitzten Lichter auf. Dem überraschten Auge schienen sie flimmernd hin und her zu wandern. Aber der Beschauer wußte es ja, der Berg war bis zur Höhe bebaut. »Seltsam,« öffnete er die zusammengepreßten Lippen, »das wissen die Leute genau, wenns um sie Nacht wird. Da zündet jeder sein Licht an. Aber wenn drinnen die Nacht anhebt, haben die wenigsten Augen.« Seine eben noch streng blickenden, grauen Augen wurden milde, die Lider senkten sich. Die Linien des Gesichts, welche bei den Worten an seinen Begleiter hart die Wangen furchten, verschwanden. Das Antlitz wurde sanft, feierlich, wie das eines Menschen, der fernes Glockengeläut hört, oder schöne Gedanken und Träume belauscht.

  • av Bruni Hubert
    401,-

    2.100km pilgerte ich 2021 zu Fuß in 104 Tagen von Leipzig nach Rom - dem Lockdown, schlechtem Wetter und Blasen an den Füßen zum Trotz. Dieses Tagebuch beschreibt meinen Weg von der heimischen Haustür bis zur Papstaudienz in Rom. Es erzählt von den Herausforderungen eines jeden Tages, von bildschönen Landschaften und steinigen Wegen, von inspirierenden Weggefährten und Momenten des Zweifels, von ergreifenden Begegnungen und kleinen Entdeckungen entlang des Weges; kurz: von allem, was die Faszination des Pilgerns ausmacht! Der Pilgerweg nach Rom war nicht mein Erster. Bereits 2015 bin ich den Jakobsweg 3.500km von Görlitz nach Santiago de Compostela gepilgert. Meine Erfahrungen habe ich in dem Buch "Jakobsmuscheln à la Bruni" beschrieben. Schon damals hat Jean-Pierre, ein Weggefährte, zu mir gesagt: "Nach dem Camino ist vor dem Camino." Wie recht er hatte. Als ich nach einem halben Jahr wieder zu Hause ankam, war schnell klar: Der Pilgervirus hatte mich erfasst. Rom ruft! Hier liegt nun also mein zweiter Pilgerbericht vor- für alle, die selbst gern Pilgern, für alle Wanderwütigen und die, die es noch werden wollen.

  • Spar 21%
    av Lapin
    250

    Inspiration is everywhere, in all instances of city life. In this visual diary of Barcelona, a real treat for sketchers and lovers of the Catalan capital, urban sketcher Lapin creates a graphic narrative of his metropolitan surroundings to communicate a highly expressive and deeply personal vision of the city. Using vintage accounting books that he finds in flea markets, Lapin, armed with nothing more than a sketchbook, a fine liner pen, watercolor paints and his folding stool, depicts the images and phenomena of everyday city life - busy streets, bustling cafes, iconic monuments, graffiti-splashed walls, sidewalks thick with people. A sketching technique that pays meticulous attention to detail, his particular use of color and striking und humorous perspective distortions define Lapin's journalistic-like visual style. Telling evocative stories through his drawings, he also provides a fresh look at some of the urban transformations the city is currently undergoing, including green hubs and squares, parks and gardens. The artist defines himself as a "mobile illustrator", a kind of modern-day itinerant urban explorer and documentarian who immerses himself in his environment (in this case, Barcelona) and records what he sees. The result is a graphic reportage of the city's culture, from its emblematic architecture down to the ornamental concrete slabs used to pave many of its sidewalks and nearly everything else in between.

  • av Louise Otto
    289 - 368,-

  • av Richard Dehmel
    368,-

    Erster Umkreis: Die ErkenntnisEingangSteig auf, steig auf mit deinen Leidenschaften, tu ab die lauliche Klagseligkeit: lach oder weine, hab Lust, hab Leid, und dann recke dich, bleib nicht haften! Um den Drehpunkt des Lebens kreisen Wonne und Schmerz mit gleichem Segen; sieh, mit unaufhaltsamer Sehnsucht weisen die Menschen einander Gott entgegen! Stolpert auch Jeder über Leichen, schaudre nicht davor zurück! denn es gilt, o Mensch, ein Glück ohne gleichen zu erreichen.

  • av Friedrich Kreutzwald
    289,-

    Ich will euch eine schöne Geschichte aus dem Erbe der Vorzeit erzählen, welche sich zutrug, als noch die Anger nach alter Weise von der Weisheit-Sprache der Vierfüßer und der Befiederten wiederhallten.Es lebte einmal vor Zeiten in einem tiefen Walde eine lahme Alte mit drei frischen Töchtern: ihre Hütte lag im Dickicht versteckt. Die Töchter blühten schönen Blumen gleich um der Mutter verdorrten Stumpf; besonders war die jüngste Schwester schön und zierlich wie ein Bohnenschötchen. Aber in dieser Einsamkeit gab es keine andern Beschauer als am Tage die Sonne, und bei Nacht den Mond und die Augen der Sterne.»Brennend heiß mit JünglingsaugenSchien die Sonn' auf ihren Kopfputz,Glänzte auf den bunten Bändern,Röthete die bunten Säume.«Die alte Mutter ließ die Mädchen nicht müßig gehen, noch säumig sein, sondern hielt sie vom Morgen bis zum Abend zur Arbeit an; sie saßen Tag für Tag am Spinnrocken und spannen Goldflachs zu Garn. Den armen Dingern wurde weder Donnerstag noch Sonnabend Abend Muße gegönnt, den Gabenkasten zu bereichern, und wenn nicht in der Dämmerung oder im Mondenschein verstohlener Weise die Stricknadel zur Hand genommen wurde, so blieb der Kasten ohne Zuwachs. War die Kunkel abgesponnen, so wurde sofort eine neue aufgesetzt, und überdies mußte das Garn eben, drall und fein sein. Das fertige Garn verwahrte die Alte hinter Schloß und Riegel in einer geheimen Kammer, wohin die Töchter ihren Fuß nicht setzen durften. Von wo der Goldflachs in's Haus gebracht wurde, oder zu was für einem Gewebe die Garne gesponnen wurden, das war den Spinnerinnen nicht bekannt geworden; die Mutter gab auf solche Fragen niemals Antwort. Zwei oder drei Mal in jedem Sommer machte die Alte eine Reise, man wußte nicht wohin, blieb zuweilen über eine Woche aus und kam immer bei nächtlicher Weile zurück, so daß die Töchter niemals erfuhren, was sie mitgebracht hatte. Ehe sie abreiste, theilte sie jedesmal den Töchtern auf so viel Tage Arbeit aus, als sie auszubleiben gedachte.

  • av Richard Dehmel
    289,-

    Meine allergnädigsten Damen und sehr verehrlichen Herrn! Sie werden mir's wohl glauben: ich gefiele Ihnen gern. Aber mein Herr, der Dichter, hat mich leider ausersehn, Jedem eine Nase zu drehn. Wer weiß, vielleicht dreh ich ihm selber auch eine; indessen diese Nase hat lange Beine. Zunächst nämlich soll ich mich erfrechen, über den Gang der Handlung im Voraus mit Ihnen zu sprechen. Sie sehn's schon an mir, und merken mit Gruseln: huh, hier geht's offenbar geheimnisvoll zu. Meine Maske hat weder Haut noch Haar, blos ein unverschämtes Allerweltsspiegellöcherpaar

  • av Friedrich Ruckert
    289,-

    Laß aus dem Königsbuch der Perser dir berichten Von Rostem und Suhrab die schönste der Geschichten, Von Heldenruhm, wie leicht er Frauenlieb erwarb, Und wie der eigne Sohn, erlegt vom Vater, starb! Held Rostem sprach, als er am Morgen war erwacht: Auch heute hab ich nicht zu reiten in die Schlacht. Afrasiab, der Fürst von Turan, läßet ruhn Die Waffen, friedlich blüht das Reich von Iran nun; Doch in der Friedensruh was soll ich selber thun? Da rüstet' er sich schnell zur Jagd, er band in Eile Den Gürtel fest, und hieng den Köcher um voll Pfeile. Den Bogen prüft' er, ob er nicht die Kraft verlor; Dann zog er aus dem Stall den edlen Hengst hervor. Dem war die Weile dort wie seinem Herren lang; Er wieherte vor Lust, als er ihn setzt' in Gang. Er schwang sich auf den Rachs, und sagte nicht ein Wort Den Seinigen im Haus, in Eile ritt er fort. Der Mark von Turan zu wandt er sein lockig Haupt, Alswie ein Löwe, der nach seiner Beute schnaubt. Wie zu der Turanmark er hingekommen war, Die Haide nam er da voll wilder Elke war. Wie eine Rose war erblüht des Helden Wange Vor Lust, er tummelte den Rachs mit raschem Gange. Mit Pfeil und Bogen bald, mit Keul und Fangeschnur, Ein Dutzend Stücke warf er nieder auf die Flur.

  • av Rosalie Koch
    289,-

    Das Riesengebirge, das euch, meine jungen Freunde, aus der geographischen Lehrstunde wohl bekannt ist, ja welches einzelne von euch schon besucht haben, ist derjenige Teil der Sudeten des preußischen Staates, wo sie am höchsten und engsten verbunden sind und Schlesien von Böhmen und Mähren scheiden. Die hervorragenden Spitzen derselben sind von ansehnlicher Höhe, die Riesen-, auch Schneekoppe genannt, welche 1605 m über dem Meeresspiegel liegt; ferner der Reifträger, das hohe Rad und die Sturmhaube; auch haben starke Flüsse, z. B. die Elbe und der Bober, ihren Ursprung zwischen felsigen Höhen. ¿ Dort nun war ehemals der Aufenthalt eines mächtigen Berggeistes. Sein Gebiet umschrieb auf der Oberfläche des Riesengebirges nur wenige Meilen, breitete sich aber im Innern desselben desto weiter und tiefer aus. Der Gnom herrschte oft jahrhundertelang still in seinem unterirdischen Reiche, und erhob sich nur selten auf die Oberwelt, um dort sein Wesen zu treiben.Zur Zeit, als noch kein menschlicher Fußtritt das verkümmerte Knieholz und die spärliche Vegetation der Berge betrat, ehe die Gegend bewohnt war, begnügte sich der Herr der Riesenberge damit, wilde Tiere aufeinander zu hetzen, oder sie aus ihrem Lager aufzuschrecken, und sie in wilder Jagd durch das Gehölz zu treiben.

  • av Heinrich Steinhausen
    289,-

  • av Ricarda Huch
    289,-

    »Wer ist der Anwalt, der mit Justizrat Fein hereingekommen ist?« fragte eine Dame im Zuschauerraum ihren Mann, »und warum hat der Angeklagte zwei Anwälte? Fein ist allerdings wohl nur ein Schaustück.«»Wenn der Betreffende ein Anwalt wäre, liebes Kind, würde er einen Talar tragen,« antwortete der Gefragte vorwurfsvoll. »Aber wer es ist, kann ich dir auch nicht sagen.« Ein vor dem Ehepaar sitzender Herr drehte sich um und erklärte, der fragliche Herr sei der Angeklagte Dr. Deruga.»Ist das möglich?« rief die Dame lebhaft, »wissen Sie das bestimmt?«Der alte Herr lachte vergnügt. »So bestimmt wie ich weiß, daß ich der Musikinstrumentenmacher Reichardt vom Katzentritt bin; der Herr Doktor wohnt nämlich bei mir.«Die Dame machte große Augen. »Läßt man denn einen Mörder frei herumlaufen?« fragte sie. »Ich dachte, er wäre im Gefängnis. Ist es Ihnen nicht unheimlich, einen solchen Menschen in Ihrer Wohnung zu haben?«»Ja, sehen Sie, gnädige Frau,« sagte der alte Mann, »der Herr Justizrat Fein hat ihn bei mir eingeführt, weil er mich schon lange kennt und seinen Klienten gut versorgt wissen wollte, und wenn der Herr Justizrat so viel Vertrauen in mich setzt, daß er seine Geigen und Flöten von mir reparieren und sein Töchterchen Unterricht im Zitherspielen bei mir nehmen läßt, so schickt es sich, daß ich auch wieder Vertrauen zu ihm habe. Und er hat mir seinen Klienten wärmstens empfohlen, der sich bis jetzt als ein lieber, gutartiger Mensch gezeigt hat, wenn auch etwas wunderlich.«

  • av Christian Weise
    368,-

    Dieß Buch hat einen närrischen Titul, und ich halte wohl, daß mancher meinen wird, er wolle seine Narrheit daraus studiren. Doch es geht hier wie mit den Apothecker Büchsen, die haben auswendig Satyros oder sonst Affengesichte angemahlt, inwendig aber haben sie Balsam oder andre köstliche Artzneyen verborgen. Es siehet närrisch aus, und wer es obenhin betrachtet, der meint, es sey ein neuer Simplicissimus oder sonst ein lederner Saalbader wieder auffgestanden. Allein was darhinter versteckt ist, möchte ich denenselben ins Hertz wünschen, die es bedürffen. Uber Fürsten und Herren haben andere gnug geklaget und geschrieben: hier finden die Leute ihren Text, die entweder nicht viel vornehmer sind, als ich, oder die zum wenigsten leiden müssen, daß ich mich vor ihnen nicht entsetze. Den Leuten bin ich von Hertzen gut: daß aber etliche Laster so beschaffen sind, daß ich sie weder loben noch lieben kan, solches geht die Leute so eigentlich nicht an. Es ist auch keiner gemeint, als wer sichs annehmen will. Und diesem wünsch ich gut Glück zur Besserung, vielleicht wirckt diese Possierliche Apothecker-Büchse bey etlichen mehr, als wenn ich den Catonem mit grossen Commentariis hätte auflegen lassen. Plato hat gesagt: Imperare est legitimè fallere populum. Es scheint als müste man die Tugend auch per piam fraudem, der kützlichten und neubegierigen Welt auf eine solche Manier beybringen, drum wünsche ich nichts mehr, als die Welt wolle sich zu ihrem Besten allhier betriegen lassen.

  • av Anna Croissant-Rust
    289,-

    Da sitz' ich und lauere auf meine Gedanken und will sie fangen. Aber nicht um die Welt bring' ich's dazu. Ganz merkwürdig schlau sind sie, versteckt und flüchtig. Ich höre sie immer antraben auf leisen Sohlen: Tapp, tapp, tapp, ein seidenes Rascheln; ich seh' einen kleinen Zipfel rosenroten Saumes, lichtgrüne Falbeln, ¿ da hab' ich mich gerührt, ein Tuscheln, und rum sind sie um die Ecke. Zum Henker, wie seht ihr aus? Daher! ¿ Vor mir aufgepflanzt! Na, wird's bald? ¿ Da täppelt's an, aber wie ich schaue ¿ husch sind sie fort! Ein Kichern, ein feines Getrappel von dünnen Sohlen, nicht zu weit; schon halten sie wieder, und mäuschenstill ist die ganze Horde. Bis es wieder losgeht, das Trippeln und Trappeln und Tänzeln und Schwänzeln und Haschen und Huschen mir zu.Hab' ich euch? ¿ Was? Kehrt? ¿ Jetzt geh' ich um die Ecke. »Haaalt!«Rum ist der Schwarm. Mit wehenden Locken und fliegenden Bändern, mit Gekreische und Gelächter, rum. Soll ich nach? Lieber lauern.Trippelt's nicht schon wieder an? Ganz sachte, ganz zart, ganz fürsichtig. Still! Still! Geduckt an die Ecke.

  • av Ernst von Wildenbruch
    289,-

    In die erfreuliche Notwendigkeit versetzt, der ersten Ausgabe meiner »Karolinger« jetzt schon eine zweite Auflage folgen zu lassen, fühle ich mich im Hinblick darauf, daß diese neue Auflage gleichzeitig als eine teilweise neue Bearbeitung des Stückes erscheint und einen von der früheren Fassung abweichenden, nicht unerheblich veränderten Schluß aufweist, denjenigen gegenüber, welche das vorliegende Drama in seiner ersten Gestalt kennen gelernt und für dasselbe Interesse gewonnen haben, zu einigen Worten der Erklärung veranlaßt. Die Eigenartigkeit der dramatischen Dichtungsweise bringt es mit sich, daß das Werk mit seiner Entstehung auf dem Papiere noch nicht vollendet und abgeschlossen ist, sondern erst in der Berührung mit der Bühne, unter der lebendigen Mitwirkung der Zuhörerschaft zu voller Körperlichkeit sich entwickelt. Erst wenn er als Zuschauer unter Zuschauern die eigenen Gestalten an sich vorüberwandeln sieht, ist der dramatische Dichter in die perspektivisch richtige Entfernung von seinem Werke geruckt, um prüfen zu können, ob sein dramatischer Gedanke imstande gewesen ist, sich einen dramatischen Leib zu schaffen; das eigene Werk löst sich von ihm los und tritt ihm wie ein fremdes gegenüber, und je mächtiger der in ihm treibende dramatische Instinkt ist, um so energischer wird diese Loslösung sich vollziehen.

  • av Felix Dahn
    289,-

    Reich an stimmungsvoller Poesie ist die Landschaft des bayerischen Chiemgaus. In vielen, vielen Jugendjahren hab' ich die herbstliche Freizeit dort verlebt: fischend, jagend, die Berge erkletternd, forschend, sinnend, dichtend und träumend. Von reizvoller Schönheit sind vor allen die beiden größeren Eilande: die idyllische Fraueninsel und das stolz von Hochwald und Fels gekrönte Herrenwörth. Aber auch gar manche Strecke der Ufer, die sich gerade von dem Frauen-Eiland aus gesehen am malerischsten darstellen: so wann über den dunkeln Tannen im Westen des Festlandes die Sonne zu Golde geht und nun, kaum hinter den grünen Wipfeln versunken, ein sattes, leuchtendes Gelb in langen Streifen wagrecht über den ganzen Westhimmel spreitet. Wie oft saß ich in solcher Stunde als Knabe, als Jüngling tief versteckt, vor jeder Störung geborgen, auf einer der alten Weiden des »Frauengangs« hart vor der Klostermauer!

  • av Joseph von Eichendorff
    289,-

    Ein seltsam wunderlich Gesicht! Ich konnt nicht schlafen und, am Zelte sitzend, Betrachtet ich der Wolken Flucht, die über Die Heide, seltsam sich verschlingend, wälzten. Still war's ringsum der Lagerfeuer Kranz Nur flackert' düster aus dem tiefen Nebel Und hin und wieder hörte man den Ruf Der Wachen durch die Einsamkeit. Da war's, Als flög ein Blitz mir über beide Augen; Ich schau empor und durch der Wolken Riß, Die sich, wie vor dem Glanze scheuend teilen, Strahlt mir, Geblendetem, ein feurig Schwert Entgegen, schmucklos wie des Meisters Schwert, Den Griff nach mir gewandt als sollt ich's fassen. Und wie ich so, in Lust und Grauen, noch Emporstarr, schließt sich das gluthelle Aug Des Himmels wieder, und das Bild versinkt Schnell in der Nacht geheimnisvollen Abgrund. Ich frug die Wachen drauf doch keiner sah es.

  • av Hermann Stehr
    228,-

    Du, Manja, komm mal her,« sagte Professor Weitfeld zu seiner Frau, die vom Balkon aus erregt mit einer Dame sprach und ihn deswegen nicht hören konnte. Aber auch wenn sie ganz still dort gestanden hätte, wäre es ihr unmöglich gewesen, die mit Anstrengung gedämpfte Stimme ihres Mannes über das große Studierzimmer hin zu verstehen. Deswegen ging die Unterhaltung der beiden Frauen lebhaft weiter. »Ja, denken Sie nur, Frau Professor,« hörte er die starke, nicht unangenehme Kommandostimme der auf dem Wege Stehenden laut heraufschallen, »denken Sie bloß das Glück, innerhalb von drei Tagen dreißig Kilometer vorwärts und das in einer Breite von 150 Kilometer, einhundertfünfzig Kilometer.« »Ein hundert ...,« wiederholte seine Frau bewundernd. »Ja, einhundertfünfzig ¿ macht fünfzehnhundert Quadratkilometer Geländegewinn, siebzigtausend Gefangene, Soissons gewonnen, die Vesle überschritten, die Ardre, der Damenweg im Fluge unser, gefüllte Munitionslager, Wagenparks, Flugzeugplätze. Ist nicht zu sagen, nicht zu fassen! Na und nicht zum wenigstens die geradezu ungeheuerlichen Proviantstapel. Berge von Konserven, Mehl, sogar Schokolade. Wie wär's Frau Professor, mit einer Kiste Schokolade?« »Ach, ich bitte, verschonen Sie mich, Frau Forstmeister. Ich habe sonst einen schlechten Tag.« »Glaube ich. Ich auch. Heißt, hätte ich auch. Wenn mein Fritz nicht mit in dem Schlamassel wäre. Denken Sie!« »Also, Ihr Junge ist mit dabei! Wissen Sie das genau?« »Natürlich! Er steht ja doch in der Kronprinzenarmee.« Der Professor, der, am andern Fenster stehend, der Unterhaltung zugehört hatte, wandte sich mit verfinstertem Gesicht ab und schaute wieder durch die Baumkronen hinaus aufs Land.

Gjør som tusenvis av andre bokelskere

Abonner på vårt nyhetsbrev og få rabatter og inspirasjon til din neste leseopplevelse.